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22. Oktober 2017 | 01:51 Uhr

Flaute auf dem Nord-Ostsee-Kanal

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schleusen-Desaster und Havarien: Wasserstraße war 2013 für 18 Tage lahmgelegt

shz.de von
erstellt am 24.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Das Jahr 2013 war keine gutes Jahr für den Nord-Ostsee-Kanal (NOK). Die Serie von Streiks, kaputten Schleusentoren und Havarien hat zu mehrtägigen Sperrungen der Wasserstraße geführt, sogar Sturmtief Xaver hat den Schiffsverkehr wegen Hochwassers für 36 Stunden lahm gelegt. Insgesamt war die wichtigste Wasserstraße zwischen Nord- und Ostsee 18 Tage lang nicht passierbar. Erwartungsgemäß spiegelt sich das in schlechten Zahlen wider: Sowohl die Zahl der Schiffe, die durch den Kanal fuhren, als auch die transportierte Ladungsmenge gingen zurück. Angesichts der Probleme, mit denen die Schifffahrt zu kämpfen hat, sieht die Bilanz allerdings nach Ansicht von Jörg Heinrich von der Generaldirektion Wasserstraßen nicht ganz so schlecht aus: „Trotz der Beeinträchtigungen hat der Verkehr auf dem NOK ein ordentliches Ergebnis eingefahren“ – zumal es auch in allen deutschen Seehäfen Einschnitte gegeben habe.

Zufrieden könne man damit zwar nicht sein, aber jetzt bestehe Hoffnung, dass es nach dem Abschluss der Reparaturen der Großen Nordkammer in Brunsbüttel im Jahr 2014 wieder aufwärts gehe. Heinrich: „Da die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Europa für das Jahr 2014 überwiegend positiv ausfallen, wird davon auch der Seeverkehr zwischen Nord- und Ostsee profitieren.“

Insgesamt passierten im vergangenen Jahr 31 097 Schiffe den NOK. Das sind im Vergleich zum Vorjahr 10,8 Prozent weniger. Die insgesamt transportierte Ladungsmenge liegt mit 94,8 Millionen Tonnen etwa auf dem Niveau des Jahres 2006 und um gut zehn Prozent unter dem des Rekordjahres 2008. Bemerkenswert ist laut Heinrich: Die größeren Schiffe nutzen den Kanal trotz zahlreicher Behinderungen sogar in steigender Tendenz.

Trotz der massiven Kritik am baulichen Zustand des über 100 Jahre alten Kanals, der sogar mit einem Industriemuseum verglichen wird, dürfe nicht vergessen werden, dass der Bund regelmäßig Millionen in die Wasserstraße steckt. So habe die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in den vergangenen Jahren jährlich im Schnitt 60 Millionen Euro in den Substanzerhalt investiert – in die Reparatur der Schleusentore, Kanaltunnel- und Brücken, in die Böschungsbefestigungen sowie Dalben-Erneuerung in den Weichen. Ziel sei, den Kanal für die Schifffahrt leistungsfähig zu erhalten.

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