Faszination für die Bienen

Regelmäßige Kontrolle ist eine Voraussetzung für erfolgreiche Bienenzucht, weiß der Vorsitzende des Vereinsvorsitzende Uwe Cybula.
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Regelmäßige Kontrolle ist eine Voraussetzung für erfolgreiche Bienenzucht, weiß der Vorsitzende des Vereinsvorsitzende Uwe Cybula.

Der Imkerverein Mittelangeln besteht seit 125 Jahren / 96 Mitglieder kümmern sich im Vereinsgebiet um ihre Völker

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06. Mai 2019, 14:46 Uhr

Mittelangeln | Klappholz ist für Imker aus Mittelangeln der Mittelpunkt der Imker-Welt. Dort wohnt Uwe Cybula. Der 65-Jährige hat vor 17 Jahren mit der Imkerei angefangen und sich zum Bienen-Experten entwickelt. Als Vorsitzender des Imkervereins Mittelangeln setzt er eine Tradition fort, die vor 125 Jahren in Süderbrarup begann. Dort hatte ein Lehrer aus Rabenkirchen die Initiative ergriffen und die Imker aus Süderbrarup und Umgebung zur Vereinsgründung eingeladen. Zur Gründung versammelten sich damals 14 Imker in Wendts Tivoli. Bereits ein Jahr später hatte sich die Mitgliederzahl auf 23 erhöht. Sie betreuten 189 Bienenvölker.

Die Bienenzucht stand in jener Zeit hoch im Kurs. War doch der selbst erzeugte Honig ein wichtiges Nahrungsmittel, das es nicht beim „Höker“ zu kaufen gab. Zudem werden dem Honig bis heute heilsame Eigenschaften zugesprochen. Im Jahr 1919, ein Jahr nach dem Krieg, war der Honig für die Menschen lebenswichtig. 1298 Bienenvölker wurden von 121 Mitgliedern betreut. Eine ähnliche Situation herrschte nach dem Zweiten Weltkrieg, 1951 betreuten 159 Mitglieder 1643 Bienenvölker.

Heute hat Uwe Cybula 86 Mitglieder in der Vereinsliste, die 813 Völker mit etwa 4,5 Millionen Bienen im Sommer hegen und pflegen. Das Einzugsgebiet des Vereins erstreckt sich von Flensburg bis Rendsburg, von der Ostsee bis zur B 76 im Westen.

Uwe Cybula stammt nicht aus einer Familie, in der die Imkerei vom Vater auf die Kinder überging. Er kam zur Imkerei, weil sein Sohn an Neurodermitis erkrankte und keinen Zucker essen durfte – Honig aber war erlaubt. Da die Familie gerne Honig verzehrte, benötigte Cybula so viel von dem Naturprodukt, dass er sich mit der Imkerei beschäftigte, bald zwei Völker im Garten stehen hatte und von der Imkerei immer mehr fasziniert war. „Ich bekam eine völlig neue Sicht auf die Natur, auf die Zusammenhänge, warum es wächst und blüht“, sagt Cybula. Der gelernte Bäcker und Zimmerer wollte es genauer wissen und belegte Kurse. Auch in Deutschlands ältester Imkerschule in Bad Segeberg war Uwe Cybula immer wieder Gast. Imkerei ist heute auch ein Lehrberuf, weil es in Schleswig-Holstein große Imkereibetriebe gibt.

Die Faszination für die Imkerei teilt Uwe Cybula mit anderen Menschen in Mittelangeln. Seit 2005, damals übernahm der Cybula den Vereinsvorsitz, hat sich die Zahl der Imker im Vereinsgebiet von 45 auf heute 96 mehr als verdoppelt. Besonders erfreut es den Vorsitzenden, dass die Zahl der weiblichen Mitglieder auf 32 angestiegen ist und auch junge Menschen Interesse für die Imkerei zeigen. In den von Cybula durchgeführten Anfängerkursen sitzen auch 16-jährige Mädchen und Jungen. Landesweit stieg die Mitgliederzahl seit 2005 von 2700 auf 3200, die 25 Tonnen Honig pro Jahr erzeugen.

Neben der Honigbiene existieren über 500 Wildbienenarten. Während viele Wildbienenarten in ihrer Existenz bedroht sind, da sie nicht genug Blüten als Nahrungsgrundlage finden, sind die Honigbienen in Mittelangeln nicht gefährdet, stellt Cybula fest, da der Imker seine Bienen schützt und für immer ausreichend Nahrung sorgt. „Der Naturkreislauf ist bei uns nicht gefährdet“, sagt Cybula. Die positive Mitgliederentwicklung lässt ihn hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Er geht davon aus, dass sich auch in den kommenden Jahren genügend Imker finden, die ein Überleben der Honigbiene garantieren.


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