Trickbetrüger : Falsche Gewinnzusage am Telefon: Wie eine Uetersenerin clever konterte

Dagmar Niklas sollte Vorleistung erbringen. Stattdessen erstattete Sie Anzeige bei der Polizei.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:00 Uhr

Uetersen | Nepper, Schlepper, Bauernfänger − die Welt ist voll davon. Es gibt nicht nur gute Menschen auf der Welt. Das musste jetzt auch eine Uetersenerin erfahren, die sich nach einer telefonisch erfolgten Gewinnmitteilung jedoch clever verhalten hatte.

Erst vor wenigen Wochen berichtete shz.de über einen Fall, der sich im nordfriesischen Eiderstedt zugetragen hatte. Dort war ein 79 Jahre alter Mann einem offensichtlichen Betrüger auf den Leim gegangen und hatte 13.000 Euro verloren − wo er doch angeblich einen Gewinn in Höhe von 120.000 Euro erhalten sollte. Jetzt hat auch eine Uetersenerin einen Telefonanruf erhalten, verbunden mit einer Gewinnzusage. Doch sie war vorsichtig.

Die Polizei warnt immer wieder

Die Polizei warnt immer wieder: Seriöse Gewinnbenachrichtigungen sind nie mit einer finanziellen Vorleistung verbunden − so wie im Fall des Mannes aus Eiderstedt. Und wie jetzt im Fall der Uetersenerin Dagmar Niklas. Sie hatte den Bericht in unserer Zeitung „Gewinnzusage endet mit Verlust“ gelesen und konnte sich daher sicher sein, genau richtig reagiert zu haben. Denn als sie Ende Juni die telefonische Mitteilung erhalten hatte, dass sie bei einem Preisausschreiben gewonnen habe, wurde sie sofort skeptisch. Die Mitteilung, sagte sie uns, war ihr damals auf den Anrufbeantworter gesprochen worden, die angezeigte Telefonnummer tauge zur Ermittlung des Unbekannten nicht, weil die Auslandsvorwahl nicht angezeigt worden sei, habe ihr später die Polizei erklärt. Am Tag darauf habe sich dann eine Dame gemeldet, Mitarbeiterin eines vermeintlichen Rechtsanwaltsbüros aus Regensburg. Die Stimme teilte der Uetersenerin mit, dass sie 150.000 Euro gewonnen habe. Da sie auf eine schriftliche Benachrichtigung nicht reagiert habe, erfolge nun die telefonische Kontaktaufnahme.

Welches Preisausschreiben?

Dagmar Niklas konnte sich an Post nicht erinnern. War das Schreiben verloren gegangen? Welches Preisausschreiben sollte es denn gewesen sein? „Mir wurde gesagt, dass es sich um einen Verbund diverser Firmen handele. Ich sei als Gewinnerin ermittelt worden“, so die Uetersenerin, die noch einmal nachhakte. Wer sie denn ermittelt habe, wollte sie nun wissen. Die Antwort sei ihr die Dame schuldig geblieben − vorerst. Sie habe gesagt, dass sie sich erkundigen und zurückrufen wolle. Das tat sie auch − nur fünf Minuten später. „Sie nannte mir aber nur eine Bedingung. Ich sollte zwei Gutscheine eines Online-Versenders kaufen, jeweils in Höhe von 100 Euro, sonst würde das Ganze nicht funktionieren.“

Doch Niklas ließ sich nicht darauf ein, wollte alles schriftlich bestätigt haben. Ob sie den Gewinn denn nicht haben wolle, sei sie nun pampig gefragt worden.

„Mir wurde schließlich zugesagt, dass ich schriftlich benachrichtigt werde. Auf diese Post warte ich noch immer.“ Dagmar Niklas hat inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet.

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