Es wird höchste Zeit zum Handeln

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07. September 2018, 12:10 Uhr

Diesel-Nachrüstung im Landtag 

Geht es nach der Automobilindu-strie und der Bundesregierung, wird das Thema ausgesessen. Wie es so schön heißt, wenn man etwas auf die lange Bank schiebt. So lange wie möglich, hofft der VW-Konzern. Von daher ist der Vorstoß aus Kiel, doch endlich eine finanzielle Regelung zur Nachrüstung älterer Dieselfahrzeuge auf den Weg zu bringen, zu begrüßen. Im Gegensatz zu den USA werden in Deutschland die betrogenen Diesel-Käufer, deren Fahrzeuge die Stickoxid-Grenzwerte nicht einhalten, im Stich gelassen.

Die Kieler Jamaika-Koalition schließt sich Verkehrsminister Bernd Buchholz an. Der FDP-Mann nimmt für neuere manipulierte Diesel die Autoindustrie zu 100 Prozent in die Pflicht. Was ja wohl selbstverständlich sein sollte.Für ältere Autos fordert er die Drittel-Lösung: Der Autohersteller, der Staat – also die Steuerzahler – und für den Rest soll der Autobesitzer gerade stehen. Für Letztere ist das ein bitterer Kompromiss, haben sie doch ihren Diesel in gutem Glauben gekauft und nicht – wie Minister Buchholz unterstellt – im Bewusstsein des Risikos, eine Dreckschleuder zu erwerben. Sie würden doppelt zur Kasse gebeten, als Steuerzahler und als einzelner Autohalter. Dennoch ist es höchste Zeit, dass nachgerüstet wird.

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