Erstklassiger Zweitliga-Gipfel

Im Hinspiel gab es noch „Vollkontakt“-Jubel bei den Hamburgern – und das gleich sechsmal. Zwei Treffer für den HSV beim 6:2-Sieg erzielte Sonny Kittel (l.).
Im Hinspiel gab es noch „Vollkontakt“-Jubel bei den Hamburgern – und das gleich sechsmal. Zwei Treffer für den HSV beim 6:2-Sieg erzielte Sonny Kittel (l.).

HSV-Trainer Hecking freut sich auf Hopp-oder-Top-Spiel beim VfB Stuttgart und will den zweiten Tabellenplatz verteidigen

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27. Mai 2020, 11:18 Uhr

Hamburg | VfB Stuttgart gegen den Hamburger SV – das klingt nach großem Fußball, Tradition, Erstklassigkeit. Doch derzeit ist das Duell nur das Topspiel in der 2. Fußball-Bundesliga. Aber was heißt schon „nur“? Wenn heute Abend (20.30 Uhr/Sky) in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena die beiden ehemaligen Deutschen Meister aufeinandertreffen, geht es um nicht weniger als um die Rückkehr in die Beletage des deutschen Fußballs.

Die Hoffnungen der Schwaben und der Norddeutschen, gemeinsam auf direktem Weg aufzusteigen sind angesichts von acht beziehungsweise sieben Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Arminia Bielefeld überschaubar. Umso wichtiger ist es daher für beide Clubs, den zweiten Rang zu erreichen, um sich eine mögliche Relegation zu ersparen. Außerdem lauert auf dem vierten Platz auch noch der 1. FC Heidenheim, der nur auf Ausrutscher der namhaften Konkurrenz wartet.

Der Neustart nach der Corona-Krise ist sowohl für die Stuttgarter als auch für die Hamburger nicht optimal gelaufen. Während der VfB sogar zwei Niederlagen einstecken musste (2:3 in Kiel, 1:2 in Wiesbaden), reichten dem HSV zwei Unentschieden (2:2 in Fürth, 0:0 gegen Bielefeld) immerhin, um wieder auf Platz zwei vorzurücken. Und da wollen die Hanseaten auch nach der heutigen Partie noch stehen. „Wir werden auch beim VfB Stuttgart unsere Möglichkeiten bekommen und müssen diese konsequent nutzen. Dann haben wir gute Chancen, unser Ziel zu erreichen, als Zweiter von dort wegzufahren“, sagte HSV-Coach Dieter Hecking. Der 55-Jährige versucht vor dem Kracher ein wenig Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. Eine Entscheidung im Kampf um den Aufstieg werde es seiner Meinung nach nicht geben. „Dafür sind noch viel zu viele Spiele.“

Auch wenn der HSV noch auf den ersten Sieg nach der Corona-Pause wartet, spricht vor dem Schlagerspiel mehr für die Nordlichter als für die Süddeutschen. Hecking stehen außer den angeschlagenen Gideon Jung und Jan Gyamerah sowie dem länger fehlenden Ewerton alle Stammkräfte zur Verfügung. „Personell sieht es bei uns richtig gut aus“, freut sich der Fußballlehrer. Sein Stuttgarter Kollege Pellegrino Matarazzo muss dagegen mit Daniel Didavi, der beim 2:3 des VfB am Sonntag bei Holstein Kiel Gelb-Rot sah, dagegen seinen Regisseur ersetzen. Außerdem fehlt der Ex-Kieler Atakan Karazor. Ein weiterer Vorteil für den HSV dürfte es sein, dass natürlich auch das Topspiel ohne Zuschauer stattfinden wird und die eigentlich heimstarken Stuttgarter so auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans verzichten müssen. Und dann ist da ja noch das Hinspiel, dass der HSV nach einer Gala mit 6:2 gewann – seinerzeit allerdings noch mit einer exzellenten Chancenausbeute. Genau daran hapert es aber zurzeit – für Hecking aber kein Grund, nervös zu werden. „Natürlich hatten wir schon Phasen, in denen wir unsere Chancen besser genutzt haben, als in den letzten beiden Spielen. Wir haben aber auch schon 50 Treffer erzielt. Das ist also kein generelles Problem“, so Hecking, der richtig Lust auf Stuttgart hat. „Das sind genau diese Spiele, auf die man sich als Trainer freut, in denen es hopp oder top geht.“

Die Hamburger sind gestern Nachmittag per Charterflieger nach Stuttgart gereist. Dort haben Profis, Trainer und Betreuer ihr Hotel bezogen – alle streng nach DFL-Corona-Regeln im Einzelzimmer. Morgen früh geht es mit dem Flieger zurück an die Elbe, wo am Sonntag mit Wehen Wiesbaden schon der nächste Gegner wartet.

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