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Ernst Dieter Rossmann schließt Rot-Rot-Grün aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2013 | 00:34 Uhr

Ernst Dieter Rossmann, Bundestags-Spitzenkandidat der SPD in Schleswig-Holstein, sieht seine Partei nach dem 22. September in einer Scharnier-Funktion. Der Elmshorner Parlamentarier glaubt daran, dass das Ergebnis das Tor „zu lagerübergreifenden Konstellationen“ aufstößt. Dabei habe die SPD automatisch „eine starke Position“. Die Bayern-Wahl habe dieses Szenario noch wahrscheinlicher gemacht, sagte Rossmann gestern während eines Redaktionsbesuchs beim sh:z.

Der Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Fraktion schloss eine Koalition mit der Linkspartei aus. Deren Unfähigkeit zum Regieren leitet Rossmann aus Konzeptionslosigkeit und mangelndem Verständnis für Deutschlands Verhältnis zu Israel her. Dass Linken-Abgeordnete etwa bei einem Auftritt von Präsident Shimon Peres im Bundestag sitzenblieben, lasse Stil und Charakter vermissen. Sehr viel mehr Appetit als Peer Steinbrück und andere SPD-Größen ließ Rossmann für eine Große Koalition erkennen – sofern es für Rot-Grün nicht reiche: „Eine Partei darf nie Angst haben, in eine Regierung einzutreten. Wir wollen nach dem Wahltag unseren Wählerauftrag maximieren und sind nicht neurotisch, was Farben angeht.“

Als einen Kern der nächsten Wahlperiode sieht der Diplom-Psychologe die künftige Finanz-Architektur, die zwischen Bund und Ländern vor 2019 auf den Weg gebracht werden muss. Davon hänge ab, „ob wirklich eigenständige Länder erhalten bleiben oder sie nur noch Museumscharakter und ein paar Spielwiesen haben“. Um mehr Bundesmittel zu erschließen, appelliert Rossmann an alle fünf norddeutschen Länder, nicht nur im Verkehr gemeinsame Listen mit Projekt-Prioritäten aufzustellen – sondern auch etwa für Bildung und Forschung sowie Energie.

>Hiermit endet die Reihe der Redaktionsbesuche von Spitzenkandidaten. Cornelia Möhring (Linke) musste zwei Termine wegen Krankheit absagen.

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