Erfolgreiche Hilfe zur Selbsthilfe

Vereinsvorsitzender Dieter Kaske (Mitte) und Schriftführerin Katharina Kreuzig (links) trafen sich auch bei der diesjährigen Reise nach Sri Lanka zur Beratung mit ehrenamtlichen Helfern.
1 von 2
Vereinsvorsitzender Dieter Kaske (Mitte) und Schriftführerin Katharina Kreuzig (links) trafen sich auch bei der diesjährigen Reise nach Sri Lanka zur Beratung mit ehrenamtlichen Helfern.

Förderverein Rosenkinder betreut Bildungsprojekte in Sri Lanka und ermöglicht 64 Patenkindern Schulbesuch und Ausbildung

shz.de von
10. August 2018, 16:13 Uhr

In diesen Tagen ist es zwölf Jahre her, dass aus einem von Dieter Kaske privat finanzierten und organisierten Hilfsprojekt für Tsunami-Opfer in Sri Lanka der Verein Rosenkinder, eine Fördergemeinschaft für Kinder wurde. Die acht Gründungsmitglieder verband die Vision, Bildung für Kinder aus armen Familien in strukturschwachen Gebieten Sri Lankas und für Waisenkinder zu ermöglichen.

Inzwischen gehören dem Verein 194 Mitglieder an und wurden und werden die Spenden als Hilfe zur Selbsthilfe für die Patenschaftsprojekte „Rosenkinder“, Waisenhaus „Childrens Home“ und „Rosenkinder Hostel“ eingesetzt. In diesem Jahr wurden zudem eine Grundschulbibliothek, Sanierungsarbeiten an einer anderen Schule sowie die Einrichtung eines Klassenzimmers in einer Bildungseinrichtung für Kinder mit Behinderung finanziert.

Allein für das zweite Halbjahr 2018 wurden 12 000 Euro nach Sri Lanka überwiesen. Mit dem Geld wird 64 Patenkindern im Alter von acht bis 28 Jahren ein Schulbesuch, eine Ausbildung oder auch ein Studium ermöglicht. Finanziert werden zum Beispiel Schulgeld, Lehrmittel, Schulverpflegung, Schuluniformen und auch Fahrgeld. „Wir haben seit unserem Bestehen mehr als 40 Patenkinder erfolgreich in der Bildung gefördert. Einige wurden Ärzte oder Lehrer“,, berichtet Kaske. Er und zahlreiche Vereinsmitglieder kennen die Rosenkinder und deren Familienumstände persönlich durch die jährlich erfolgenden Reisen nach Sri Lanka.

Auch 25 Mädchen im Alter von sechs bis 19 Jahren im Waisenhaus „Childrens Home“ in Balapitiya kommen Spendengelder zugute. Für sie wird Englisch- und Mathematikunterricht finanziert. „Wir wollen, dass die Mädchen durch gute Bildung bessere Zukunftschancen haben und nach Verlassen des Waisenhauses nicht gleich verheiratet werden, sondern ihren Lebensunterhalt verdienen können“, erläutert Kaske. Aktuell wurde zwei Mädchen ein Ausbildungsplatz in der Hotelbranche in Zusammenarbeit mit dem Lions Club vor Ort, zu dem der Verein Rosenkinder engen Kontakt hält, vermittelt.


Ausbildung und Unterkunft ermöglicht

Auch zehn Mädchen im Alter von 16 bis 19 Jahren, die aus verschiedenen Waisenhäusern kommen und in einem staatlichen Zentrum zur Friseurin, Kosmetikerin, Schneiderin oder Näherin ausgebildet werden, aber ohne die Hilfe des Fördervereins aus Uetersen nicht das Geld für die Ausbildung und Unterkunft hätten, werden unterstützt. Sie leben für drei bis sechs Monate im „Rosenkinder Hostel“ Panadura.

„Bei unseren Besuchen der Projektstandorte in diesem Jahr haben wir eine junge Frau getroffen, die durch unsere Hilfe eine Ausbildung absolviert und einen Kosmetiksalon eröffnet hat“, freut sich Kaske. 97 Prozent der Spenden des Vereins kommen direkt bei den zu Fördernden an, da vor Ort die Zusammenarbeit bei Projekten und Auswahl der Rosenkinder über ehrenamtliche Helfer erfolgt.

Über diese Zusammenarbeit wurde der Verein auch auf die Not von Thisum (10) und Manidu (14) aufmerksam gemacht. Die Brüder leben mit ihrer Mutter und einem einjährigen Geschwisterkind beengt bei der Großmutter, die mit ihrer Rente von 50 Euro monatlich die Familie versorgt. Thisum und Manidu sind nun Rosenkinder. Sie bekommen monatlich eine Ausbildungsförderung in Höhe von je 15 Euro und die Familie einen Zuschuss von 30 Euro.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen