zur Navigation springen
Meldungen

12. Dezember 2017 | 21:22 Uhr

Erdbeben nicht ausgeschlossen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wissenschaftler diskutieren über Hangrutschungen und Tsunamis auf weltgrößter Tagung in Kiel

shz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Die Welt der Wissenschaft ist nur ein Fingertippen weit entfernt. Konrad Polzer wischt mit dem Zeigefinger über die Weltkugel und sieht sofort, wo die Erde beben könnte. Das riesige mit einer 140 Zentimeter Bildschirmdiagonale versehene, interaktive Poster, das der Kommunikationsdesigner von der Muthesius Kunstschule in Kiel entwickelt hat, ist einzigartig in Schleswig-Holstein. Vorgestellt wurde es gestern auf der weltgrößten Tagung für Hangrutschungen unter Wasser, die am Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung in der Landeshauptstadt stattfindet. Wie auf einem riesigen IPad lassen sich auf dem neuen Poster Grafiken, Filme, Bilder und Texte präsentieren. „Das ist ein Prototyp, wir hoffen, dass er noch in diesem Jahr perfekt wird“, sagt Polzer.

Die 130 Wissenschaftler treffen sich in Kiel, um zu beraten, was Bestsellerautor Frank Schätzing in seinem Roman „Der Schwarm“ in die Jetzt-Zeit versetzt hat: submarine Hangrutschungen, die am Ende globale Katastrophen hervorrufen können. „Wir wissen mehr über die Oberfläche des Mondes als über das, was am Boden des Ozeans ist“, sagt Professor Sebastian Krastel vom Institut für Geowissenschaften der Uni Kiel. Wann und unter welchen Bedingungen ein Tsunami oder ein Erdrutsch entsteht, sei immer noch viel zu unklar, um genaue Aussagen treffen zu können. Professor Michael Strasser hält auch Erdbeben in Mitteleuropa für möglich. „Darauf sollten sich auch Betreiber von Atomkraftwerken einstellen.“ Nur weil es über Jahrhunderte keine größeren Eruptionen gegeben haben, sei dies kein Grund, diese auszuschließen. Kann also auch ein Tsunami die schleswig-holsteinische Küste treffen? Krastel meint: „Es gibt keinen sichereren Platz als hier.“ Aber er sagt auch: „Von einem so starken Erdbeben und einem Tsunami wie in Japan vor zwei Jahren wurden auch wir überrascht.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen