Endspurt: Offenes Rennen um die Merkel-Nachfolge

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CDU-Delegierte aus Schleswig-Holstein schwanken zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz

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30. November 2018, 15:35 Uhr

47 Delegierte stellt die Nord-CDU beim Bundesparteitag am kommenden Wochenende, wenn die Christdemokraten über die Nachfolge von Angela Merkel als Parteichefin abstimmen. Nach Abschluss der CDU-Regionalkonferenzen gestern Abend in Berlin zeichnet sich für die Nord-CDU ein Zweikampf zwischen der bisherigen CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer und dem früheren Fraktionschef im Bundestag Friedrich Merz ab. Gesundheitsminister Jens Spahn hat im Norden eher keine Chance.

„Er kann das sicher, ist aber zu jung“, erklärt Ex-JU-Chef Tobias Loose, der für die Nord-CDU in Hamburg mit abstimmen wird, und ergänzt: „Friedrich Merz ist heute eine Wundertüte, bei der wir nicht wissen, was wir bekommen. Deshalb stimme ich für Annegret Kramp-Karrenbauer.“ Diese habe als Ministerpräsidentin und Generalsekretärin gezeigt, dass die Partei bei ihr in guten Händen sei, so Loose. Auch Innenstaatssekretär Torsten Geerdts, ebenfalls Delegierter, ist für Kramp-Karrenbauer: „Sie bildet für mich das breitere Spektrum ab.“

Klar für Friedrich Merz spricht sich dagegen Hans-Jörn Arp aus. Für den Parlamentarischen Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion haben dabei der wirtschaftspolitische Kurs von Merz sowie dessen klares Profil den Ausschlag gegeben. Ebenfalls für Merz hat sich der Landesvorstand der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) unter seinem Vorsitzenden Stefan Lange ausgesprochen.

Ministerpräsident Daniel Günther will sich erst am Montag nach einer Sitzung des Landesvorstandes äußern, gilt aber als Befürworter von Kramp-Karrenbauer. Heiner Rickers, Landtagsabgeordneter und CDU-Kreischef Steinburg, hat nach eigenen Worten den Eindruck gewonnen, „dass bei uns in Schleswig-Holstein die Basis zum Kandidaten Merz tendiert“. Merz würde frischen Wind in die Partei bringen, während es bei Spahn und Kramp-Karrenbauer eher auf ein „Weiter so“ hinauslaufen könnte, so Rickers. Der CDU-Kreischef von Flensburg, Arne Rüstemeier, spricht sich persönlich eher für Kramp-Karrenbauer aus. „Aber ich nehme im Kreisverband viele positive Stimmen sowohl für die Generalsekretärin als auch für Friedrich Merz wahr. Insgesamt sind unsere Mitglieder froh, eine wirkliche Auswahl zu haben“, so Rüstemeier gestern.

Die Entscheidung treffen die Delegierten des Bundesparteitags am 7. Dezember in Hamburg. Angela Merkel hatte nach der Landtagswahl in Bayern erklärt, dass sie nach 18 Jahren den CDU-Vorsitz abgeben, aber Bundeskanzlerin bleiben will.

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