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Eine Zeltstadt für Kreuzfahrtgäste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eigentlich sollte die Reparatur des Kieler Ostseekais zum Saisonbeginn fertig sein – doch die ersten Gäste müssen mit einem Provisorium Vorlieb nehmen

margret kiosz von
erstellt am 09.Mai.2014 | 17:23 Uhr

Im März gab sich Kiels Seehafenchef noch zuversichtlich: Spätestens zu Beginn der Kreuzfahrtsaison, wenn die weißen Riesen Kiel wieder im Doppel- und Dreierpack anlaufen, sind die Bauarbeiten am Ostseekai abgeschlossen. Doch die Schäden an der Pier des erst 2007 eingeweihten Terminals sind schlimmer als zunächst angenommen. Deshalb müssen die 1300 Passagiere der Aida Cara heute mit einem Provisorium Vorlieb nehmen. Auf dem gut 300 Meter entfernten Sartoriekai, auf dem bis vor wenigen Tagen noch Hunderte von Anglern ihr Heringsglück suchten, wurde ein 60 Meter langes Abfertigungszelt aufgestellt. Zudem ist seit gestern das gesamte Areal entsprechend den internationalen Sicherheitsvorgaben eingezäunt. „Wir haben Glück: Die Aida Cara passt mit ihren 163 Metern Länge exakt an den Kai in der Innenstadt“, erklärte Hafensprecher Ulf Jahnke. Auch die sieben Meter Wassertiefe reichen für das Schiff mit sechs Meter Tiefgang problemlos aus.

Für Sehleute wird das Wochenende in Kiel ein Highlight: neben dem Aida-Schiff legt heute die 293 Meter lange MS Orchestra am nördlichen, intakten Liegeplatz des Ostseekais an, und die kleinere MS Delpfin am Norwegenkai. Da turnusmäßig auch die Großfähren der Colorline nach Norwegen und der Stena Line nach Göteborg im Hafen liegen, wird es eng im Stadthafen. Ein ähnliches Schauspiel wird sich auch an den kommenden drei Wochenenden bieten, bevor Anfang Juni rechtzeitig zum Erstanlauf der MS Artania die Sanierung des Ostseekais endgültig abgeschlossen sein soll.

Wie berichtet hatten Ingenieure zu Jahresanfang bei routinemäßigen Ausbesserungsarbeiten massive Schäden am Ostseekai entdeckt: acht der insgesamt 92 stählernen Verankerungen der Spundwand waren gerissen. Die Reparatur sollte ursprünglich zwei Millionen Euro kosten. Ob das Geld reicht, nachdem sich jetzt herausgestellt hat, dass die Arbeiten „komplizierter und umfassender sind als erwartet“, ließ der Hafensprecher offen. Die Zeitverzögerung begründete er auch damit, dass der städtische Betrieb „auf Nummer Sicher gehen“ wolle.

Dass bereits sieben Jahre nach Inbetriebnahme des Anlegers die Kaimauer auf einer Länge von etwa 40 Metern neu gesichert werden muss, gilt als ungewöhnlich. Ob dafür allein der schwierige Baugrund oder doch Pfusch am Bau verantwortlich ist, wird demnächst geklärt. Im Vordergrund steht derzeit die zügige Reparatur. Mit schwerem Gerät wurden etwa 40 Meter landeinwärts neue Pfähle parallel zur Kaimauer eingerammt und beide Bauteile mit langen Stahltrossen verankert und damit stabilisiert. Da die Pfähle in guten Boden gerammt werden, hofft der Seehafen, das Problem zu lösen.

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