Eutin : Eine halbe Million für Kitaplätze

Im Flachdachgebäude am Pulverbeck möchte der Kinderschutzbund eine Kita für 25 Kinder bis Januar 2020 einrichten.
Im Flachdachgebäude am Pulverbeck möchte der Kinderschutzbund eine Kita für 25 Kinder bis Januar 2020 einrichten.

Perspektivisch weniger Kinder auf Warteliste: Zehn Krippenplätze im „Spatzennest“ und 25 im Pulverbeck werden dauerhaft eingerichtet.

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09. Mai 2019, 16:16 Uhr

Eutin | Um schnellere Abhilfe bei der Not der Betreuungsplätze für unter und über Dreijährige in Eutin zu schaffen, nimmt die Stadt gut eine halbe Million Euro in die Hand, um zusätzliche Plätze in der Holstenstraße und am Pulverbeck zu schaffen. Das beschloss der Schulausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Aktuell haben laut Verwaltungsvorlage von 97 angemeldeten Kindern, die älter als drei Jahre (Ü3) sind, 89 eine Platzzusage bekommen; acht stehen noch auf der Warteliste. Schwieriger ist die Situation im Krippenbereich: Bei den kleinen Kindern unter drei Jahren (U3) haben von 91 angemeldeten Kindern nur 62 einen Platz bekommen, acht davon in der Tagespflege – 29 stehen noch auf der Warteliste.

„Spatzennest“ nimmt zehn Krippenkinder auf

„Als wir von der Not der Stadt hörten, waren wir gern bereit, das Gebäude zur Verfügung zu stellen und zu helfen“, erklärte „Spatzennest“-Leiterin Daniela Bock im Ausschuss. Allerdings müssten die Kosten von 211.000 Euro für den Umbau übernommen werden. „Das enthält alles, den Umbau für die Krippe im Haus sowie die Gestaltung des Außengeländes und das Entfernen der Lingusterhecke“, erklärte Birgit Latza, die als Trägervertreter der katholischen Pfarrei gekommen war. Erst 2013 wurde die Einweihung des Sonnenhauses gefeiert, dass von einem Wohnhaus für fast den gleichen Betrag in ein Kindergartenhaus für Musikangebote umgebaut wurde. Ab 1. Oktober soll dauerhaft Platz für zehn Krippenkinder im Sonnenhaus des „Spatzennestes“ sein. Etwa 40.000 Euro der 211.000 Euro seien laut Wolfgang Grünitz vom Fachdienst für Jugend, Sport und Soziales förderfähig.

Kinderschutzbund öffnet Kita ab Januar 2020

Der Kreisverband des Kinderschutzbundes Ostholstein richtet im Pulverbeck eine neue Kita für eine Krippengruppe mit zehn Plätzen und eine altersgemischte Gruppe mit 15 Plätzen ein (wir berichteten). Außerdem gebe es ein großzügiges Außengelände mit Seeblick auf der Anlage, das entsprechend eingezäunt und hergerichtet wird. Die Kosten sollen zwischen 300.000 und 350.000 Euro liegen und würden gerade konkreter ermittelt. Mit den Plätzen sei ab ersten Januar 2020 zu rechnen, berichtete Grünitz. Von den geschätzten Umbaukosten könne die Stadt mit 100.000 Euro Förderung rechnen, die sie wiederbekomme.

Auch Ulrike Schümann vom Montessori-Kinderhaus in Fissau wollte Abhilfe schaffen, hatte bis heute sogar zwei Container reservieren lassen, die für die Unterbringung von einer Krippen- und einer Elementargruppe reichen würden. Kosten für zwei Jahre: 217.000 Euro. Außerdem sei sie bereits seit längerem in Kaufverhandlungen, um eine benachbarte Scheune zu erwerben, die sie ebenfalls ausbauen wollte zum Kinderhaus, weil das noch genutzte Bauernhaus einen zu großen Sanierungsstau habe. Die Schilderungen waren dem Ausschuss jedoch zu unkonkret, außerdem sei der Bedarf aus Sicht des Fachdienstes für dieses Jahr nicht mehr vorhanden. Er stimmte gegen den Vorschlag von Schümann, aber einstimmig für die Umsetzung der Pläne „Spatzennest“ und Pulverbeck. Auch die Planungen, eine neue Kita am Alten Bauhof zu errichten, würden laut Ausschussvorsitzenden Monika Obieray vorangetrieben.

Tagespflege ist Sache des Kreises

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Behrends ergriff am Ende das Wort, um den Blick auf die Tagespflege zu richten: „Wie will die Verwaltung die Tagespflege in die Planung künftig mit einbeziehen. Es ist davon auszugehen, dass die Dunkelziffer im U 3-Bereich viel höher liegt als die genannten 29 Kinder.“ Die Plätze in der Tagespflege seien günstiger als die in einer Kita, doch die Kindertagespflege würde in diesem Ausschuss gar keine Beachtung finden, kritisierte Behrends, die selbst im Bereich arbeitet. Doch laut Klemens Nitsche vom zuständigen Fachdienst war der Vorwurf an den falschen Adressaten gerichtet: „Die Tagespflege wird vom Kreis Ostholstein organisiert, da haben wir als Kommune keine Aktien drin. Wir brauchen die Plätze in der Tagespflege ohne Frage, können aber selbst gar nicht tätig werden, wenn wir sagen, wir würden mehr wollen.“ Auf Nachfrage teilte Annika Sommerfeld vom Kreis mit, dass aktuell 18 Tagespflegepersonen allein in Eutin 92 Kinder betreuen. Insgesamt gibt es 99 Tagespflegepersonen im Kreis Ostholstein.

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