Europa : Eine Europa-Ulme für Altenholz

Pflanzten den Baum gemeinsam: Jürgen Freuschle (v.l.), Barbara Gössler, Horst Striebich, Rainer Wiechert und Ursula Bethke.
Pflanzten den Baum gemeinsam: Jürgen Freuschle (v.l.), Barbara Gössler, Horst Striebich, Rainer Wiechert und Ursula Bethke.

Ein Zeichen für mehr europäische Solidarität: Europa-Union pflanzte in dieser Woche den 32. Baum .

shz.de von
18. Mai 2018, 06:19 Uhr

Sie ist Tradition, die Baumpflanzaktion der Europa-Union Altenholz. Am Mittwoch wurde zum 32. Mal anlässlich der Europawoche ein Baum in der Gemeinde gepflanzt. Wurde bis 2013 jährlich im Europa-Hain ein Baum für ein Mitgliedsland gepflanzt, wachsen die Bäume seit 2014 dort, wo alter Baumbestand durch Sturm oder andere Umstände vernichtet wurde. Diesmal wurde die Grünanlage zwischen Klausdorfer Straße und Lindenallee um eine Ulme reicher.

„Ulmus Rebona“, so der lateinische Name, ist eine Züchtung aus den USA, welche resistent gegen den Ulmenkäfer ist, dem Auslöser der Ulmenkrankheit. „In diesem Jahr wollen wir mit der Aktion ein Zeichen für mehr europäische Solidarität setzen“, so Ursula Bethke, Vorsitzende des Ortsverbandes Altenholz der Europa-Union. Denn die, so Bethke weiter, lässt etwas zu wünschen übrig. Ob es nun darum geht die Lücke auszugleichen, die Großbritannien hinterlässt, um das Verhältnis zu den USA sowie zur Türkei oder um den Nahostkonflikt – Themen, bei denen Solidarität gefordert ist, gibt es genug.

Auch wenn Ursula Bethke es bedauerte, dass Kreispräsident Lutz Clefsen, Bürgermeister Carlo Ehrich und Bürgervorsteher Wolfgang Weiß allesamt terminlich verhindert waren, hatte sie tatkräftige Unterstützung beim symbolischen Pflanzakt. Neben der Europa-Union-Kreisvorsitzenden Barbara Gössler, die den etwa vier Meter hohen Baum gestiftet hat, gingen ihr Altenholz’ Ex-Bürgermeister Horst Striebich, Jürgen Freuschle und Rainer Wiechert zur Hand.

Im Anschluss an die Freiluftaktion gab es dann im Sportrestaurant des Gemeindezentrums – auch schon traditionell – nicht nur Maibowle, sondern auch einen Vortrag zum Thema Europa. Rainer Wiechert, Osteuropaexperte und als ehemaliger Referent im Wirtschaftsministerium seinerzeit zuständig für ein EU-Förderprogramm zugunsten eines Ostseeprogramms der Europäischen Union, referierte über „Nationalitätenfragen im Balkan – der mühsame Weg zur Nachbarschaft“. Er beleuchtete die historische Entwicklung sowie die damit verbundenen Grenzkonflikte und ethnischen Probleme auf dem Balkan und ließ dabei die Sichtweisen der Philosophen Immanuel Kant und Johann Gottfried Herder einfließen. Beide hielten Frieden für möglich, wenn auch aus nahezu entgegengesetzten Blickwinkeln. Und nahezu genauso wichtig wie Frieden ist Solidarität innerhalb der EU.

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