Ein Schmuckstück in Ahrenlohe

Mitglieder von Nutzergruppen der sanierten Alten Ahrenloher Schule, Vertreter aus Politik, Verwaltung und Begleiter der Umwidmung in ein Dorfgemeinschaftshaus sowie die 97-jährige Anna Moordieck (Mitte), die 1927 in dem Gebäude eingeschult wurde, waren zur Einweihung gekommen.
Mitglieder von Nutzergruppen der sanierten Alten Ahrenloher Schule, Vertreter aus Politik, Verwaltung und Begleiter der Umwidmung in ein Dorfgemeinschaftshaus sowie die 97-jährige Anna Moordieck (Mitte), die 1927 in dem Gebäude eingeschult wurde, waren zur Einweihung gekommen.

Umfassende Sanierung ermöglicht vielfältige Nutzung des historischen Gebäudes der Alten Schule als Dorfgemeinschaftshaus

shz.de von
09. Mai 2018, 16:05 Uhr

Zur Feier des Tages hing die blank geputzte Schulglocke an ihrem historischen Platz neben der Eingangstür zur Alten Ahrenloher Schule. Sie läutete eine neue Ära des 1739 erstmals errichteten, nach einem Brand 1882 neu aufgebauten und bis in die Gegenwart unterschiedlich genutzten historischen Gebäudes ein: Aus der Alten Schule am Hörnweg ist nach einer umfassenden Sanierung ein Dorfgemeinschaftshaus und Treffpunkt im Tornescher Ortsteil Ahrenlohe geworden.

Mit musikalischen Klängen eröffnete die Jagdhornbläsergruppe den Tag der offenen Tür, zu dem die Nutzer des Hauses und viele, die Anteil an den Entscheidungen, Planungen und der erfolgreichen Umsetzung des mehrere Jahre umfassenden Sanierungsprojektes hatten, gekommen waren. 780 000 Euro wurden in das als Kulturdenkmal eingestufte Gebäude mit seinen zwei Räumen investiert, um einerseits die identitätsstiftende Funktion der Alten Schule für die Bewohner des Ortsteils Ahrenlohe zu bewahren und andererseits den heutigen Standards entsprechende Nutzungsmöglichkeiten zu schaffen.

Ab 2014 erfolgten in Zusammenarbeit mit der Aktivregion Pinneberger Marsch & Geest umfangreiche Antragstellungen auf Fördermittel, Machbarkeitsstudien, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Nutzungsvereinbarungen und die Eintragung als Kulturdenkmal nach dem neuen Denkmalschutz. Erst dann konnte das Vorhaben Bestandteil des Leitprojektwettbewerbs „Erhaltung des kulturellen Erbes“ werden und ein Antrag auf EU-Fördermittel im Programm zur Förderung der ländlichen Entwicklung und Erhaltung der ländlichen Kultur durch die Umwidmung der Alten Ahrenloher Schule gestellt werden. Der Zuwendungsbescheid für förderfähige Kosten in Höhe von 646 000 Euro erreichte die Verwaltung im Mai 2016. Der EU-Anteil an der Förderung liegt bei 320 000 Euro.

„Wir freuen uns, dass in Tornesch EU-Geld angekommen ist. Sie sehen, wie gut wir es genutzt haben“, betonte Bürgermeister Roland Krügel in seiner Ansprache und brachte in Erinnerung, dass die Abstimmungen zwischen Behindertenbeauftragten, Denkmalschutzbehörde und Zuwendungshörde schwierig waren. „In so einem schönen und guten Zustand war die Ahrenloher Schule zu keiner Zeit. Wir haben etwas Tolles geschaffen“, sagte Krügel. So wurden nach einer Entkernung der gesamte Sockelbereich saniert, das Mauerwerk ausgebessert, Fenster und Türen nach historischem Vorbild rekonstruiert, die Deckenkonstruktion gesichert und saniert, die Elektroinstallation angepasst, ein gedämmter Holzfußboden und eine den energetischen Anforderungen entsprechende Heizungsanlage eingebaut, der Zugang barrierefrei gestaltet, die sanitären Anlagen saniert und der Außenbereich umgestaltet.

Dass ihre ehemalige Schule zu einem kleinen Schmuckstück und einer multifunktionalen Einrichtung des Ortsteils Ahrenlohe geworden ist, in dem nun die Jugendfeuerwehr, die Jagdgenossenschaft, die Dorfgemeinschaft Ahrenlohe, der Ortsbauernverband, die Waldjugend, der Verein für Rassegeflügel und Kleintierzucht, die Jagdhornbläsergruppe sowie Seniorengruppen zu Hause sind, sahen am Tag der offenen Tür auch einige ehemalige Schüler mit Freude. Darunter die 97-jährige Anna Moordieck. Sie wurde 1927 eingeschult. Ihr sie begleitender Bruder Heinrich Weidemann besuchte von 1937 bis 1945 die Alte Ahrenloher Schule. Bis 1969 diente das Haus 230 Jahre lang als Dorfschule. Im Grundbuch war bis zum Beginn der Sanierungsplanungen noch „die Schule Ahrenlohe“ als Eigentümerin eingetragen. In einer Ausstellung mit historischen Fotoaufnahmen und Erläuterungen der Ortschronistin Annette Schlapkohl zur Schule sowie Schautafeln mit Zeitungsberichten zur Nutzung des Gebäudes als DRK-Kleiderkammer von 1969 bis 1976, als Jugendzentrum von 1976 bis 1983 sowie als Gruppenraum für die Ahrenloher Feuerwehr und Probenraum für die Dorfgemeinschaft Ahrenlohe von 1984 bis zur Fertigstellung des Feuerwachenanbaus 2013 erhielten die Besucher einen umfassenden Einblick in die wechselvolle Geschichte des Gebäudes. Ehrenamtliche von Feuerwehr, Dorfgemeinschaft und den anderen Nutzergruppen der „neuen“ Alten Ahrenloher Schule bereicherten den Tag der offenen Tür mit Kaffee und Kuchen, Grillwurst, kühlen Getränken und Spieleangeboten für Kinder.

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