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Ein Abend, der nur Gewinner kennt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Landjugend, Demokratie-Nachwuchs und Blindenhilfe erhalten den Bürgerpreis Schleswig-Holstein – stellvertretend für viele andere Ehrenamtler

Mit handwerklichem Geschick das eigene Dorf nach vorne bringen. Jugendliche für die Demokratie gewinnen. Sehbehinderten den Alltag erleichtern. Das sind drei Ansätze für ehrenamtliches Engagement in Schleswig-Holstein, die es gestern Abend bis ganz nach oben aufs Siegertreppchen geschafft haben. Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) übergab in der Akademie des Sparkassen- und Giroverbands in Kiel zum zehnten Mal den Bürgerpreis Schleswig-Holstein. Die drei Bestplatzierten sind aus insgesamt elf Nominierungen hervorgegangen.

In der Kategorie „Alltagshelden“ machte die 72-Stunden-Aktion der Landjugend Schleswig-Holstein das Rennen. Sie findet alle vier Jahre im nördlichsten Bundesland statt. Zuletzt sägten, strichen, hämmerten oder schraubten im letzten Sommer rund 1000 Jugendliche in 35 Gemeinden, um etwa Spielgeräte zu schaffen, Sportplätze zu erweitern oder Buswartehäuschen zu erneuern. Die Laudatorin, Landesjugendring-Vorsitzende Alexandra Ehlers, würdigte es norddeutsch-trocken: „Mögen andere mit Großflughäfen oder Konzerthäusern über Jahre so ihre Probleme haben – in Schleswig-Holstein reichen 72 Stunden, um ganze Dörfer auf Vordermann zu bringen.“ Die Landjugend beweise so, gut organisiert, kompetent und sozial vernetzt zu sein. Der Charakter einer „Massenbewegung“ und der Beweis, „alles Andere als eine Eintagsfliege zu sein“, habe die Jury unter Vorsitz des Landtags-Sozialausschussvorsitzenden Peter Eichstädt überzeugt.

Aus der Kategorie „U21“ gingen die „Demokratie-Scouts“ aus Mölln, Ratzeburg und Lauenburg hervor. „Ganz gegen den Trend der Gleichgültigkeit haben in dem Projekt Jugendliche Gleichaltrigen vorgemacht, dass Demokratie etwas bewirken kann, wenn man mitmacht“, würdigte die Landes-Bürgerbeauftragte Birgit Wille als Laudatorin. Die Scouts aus dem Südosten haben anlässlich der Kommunalwahlen im Mai Schüler für Politik vor Ort mobilisiert. Der Impuls lebt durch die Vorbereitung von Jugendbeiräten in den drei Städten fort.

Die beste Auszeichnung in der Kategorie Lebenswerk ging an die 72-jährige Annegret Walter aus Bargteheide. Die Stormarnerin hat sich lokal und landesweit für die Interessen Blinder und Sehbehinderter ins Zeug gelegt. So baute sie die Stiftung „Sehnot“ auf, die Hilfsprojekte für die Betroffenen bezuschusst, brachte sich in den Vorstand der Norddeutschen Blinden- und Hörbücherei ein und initiierte in ihrer Stadt einen Gesprächskreis.

Die Vertreter aller elf nominierten Projekte nahmen die Botschaft mit nach Hause, dass jeder von ihnen ein Gewinner sei. Wie in jedem Jahr, bekannte Peter Eichstädt, habe er nach der Jury-Sitzung das Gefühl gehabt: „Die anderen hätte man auch nehmen können.“ Klaus Schlie betonte: „Der Bürgerpreis ist unser Dank an überhaupt alle, die ehrenamtlich viel Zeit opfern und großen Einsatz zeigen. Wir können stolz darauf sein, was in Schleswig-Holstein alles möglich ist.“ Wichtig sei, dass Eltern dies auch ihren Kinder gegenüber vorleben.

Alle drei Preisträger gehen Anfang Dezember in die Bundes-Entscheidung des Bürgerpreises. Im letzten Jahr setzte sich dort das Skater-Projekt der Flensburger „Sportpiraten“ durch.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 00:34 Uhr

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