Dobrindt will S 4 schneller auf die Schiene setzen

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Unser Hauptstadtkorrespondent Hening Baethge von
29. Mai 2014, 14:30 Uhr

Der geplante Bau der S-Bahn-Linie 4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe bekommt neuen Schwung. Grund ist ein Vorstoß von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt: Der CSU-Politiker drängt in der großen Koalition darauf, dass der Bund noch dieses Jahr eine Nachfolgeregelung für das 2019 auslaufende Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beschließt, aus dem Berlin bisher Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr wie etwa in die S 4 bezuschusst.

„Wenn wir nicht wollen, dass die Investitionen abbrechen, dann müssen wir noch in diesem Jahr zu einer Entscheidung darüber kommen, wie wir mit dem GVFG weiter umgehen“, sagte Dobrindt in Berlin. Bisher will sich die Bundesregierung erst ab 2016 mit der Frage befassen. „So lange können wir nicht mehr warten“, mahnte Dobrindt. Er habe daher bereits eine Kabinettsvorlage für eine schnellere Nachfolgelösung erstellt.

Wegen der fehlenden Planungssicherheit ab 2019 geraten schon jetzt viele Nahverkehrsprojekte mit einem Bauende nach diesem Termin ins Stocken, räumte Dobrindt ein. Auch für die S 4, die um 2025 herum fertig sein soll, wackelt die Finanzierung. Zwar wollen Schleswig-Holstein und Hamburg für die 630 Millionen Euro teure Linie jeweils rund 120 Millionen Euro zahlen. Weitere 15 Millionen hat die EU zugesagt, weil die S 4 auf der Strecke Hamburg-Kopenhagen liegt und damit zum europäischen Kernnetz gehört. Doch ob der Bund den Rest aufbringt, ist noch unklar.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) begrüßte daher, dass sein Bundeskollege Dobrindt aufs Tempo drückt: „Ich freue mich über die klare Ansage“, sagte er. Für die S 4 will das Land zwischen Hamburg und Ahrensburg gleich zwei zusätzliche Gleise bauen und zwischen Ahrensburg und Bargteheide eins. Dadurch soll auf der vielbefahrenen Strecke nordöstlich von Hamburg eine Trennung von Fern- und Nahverkehr möglich werden – und damit eine Beschleunigung. Der Baubeginn ist für 2018 angepeilt.

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