Die Stadt der vielen Künstler

Im Küchencentrum Potschien zeigten mehrere Künstler und LMG-Schüler ihre Werke. Auch Organisatoren vom Kulturverein Tornescher Allerlei, Harald (rechts) und Gabi Scharffenstein (links), besuchten die Ausstellung.
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Im Küchencentrum Potschien zeigten mehrere Künstler und LMG-Schüler ihre Werke. Auch Organisatoren vom Kulturverein Tornescher Allerlei, Harald (rechts) und Gabi Scharffenstein (links), besuchten die Ausstellung.

Offene Ateliers und Ausstellungsstätten in Tornesch zeigten das vielfältige Schaffen hiesiger Kunstschaffender

shz.de von
08. Mai 2018, 16:05 Uhr

Was in und um die Stadt für Kunst entsteht und wie die Künstler arbeiten, das erlebten die Besucher des Kulturtags am Sonntag in insgesamt acht Ateliers und Ausstellungsräumen. Organisator war der Kulturverband Tornescher Allerlei (ToAll).

Jeder Künstler hat seine ihm ganz eigene Ausdrucksform. Die Vielfalt der hier entstandenen Kunst bestaunten die vielen Gäste, die der Einladung der Künstler gefolgt waren. Manche ließen die ausgestellten Werke einfach auf sich wirken, andere ließen sie sich von ihren Schöpfern erklären und wieder andere holten sich Anregungen für das eigene Schaffen. So zum Beispiel die achtjährige Linn, die selbst sehr gern malt und deshalb bereits einen Malkurs belegt. Oder auch Heike Smigoski, die bei der ausstellenden Künstlerin Antje Schölzel einen VHS-Kunstkurs besucht und sich nun davon überzeugte, was ihre Kursleiterin alles draufhat.

Ein Flyer mit Beschreibungen aller Veranstaltungsstätten mit Karte wies den Besuchern den Weg zu den Kunststätten, die überall im Stadtgebiet verteilt waren. Auch eine interaktive Karte im Webauftritt unserer Zeichnung erleichterte die Orientierung.

Im Atelier Habedank zeigte Inhaber Jörgen Habedank eine Auswahl seiner Glasgestaltungen. Denn hier entstehen die Entwürfe, nach denen eine kooperierende Glaswerkstatt Fenster für Kirchen, Firmengebäude und private Häuser weltweit fertigt. Daneben wirkt er in freier Malerei, seine ungegenständlichen Farbkompositionen zeichnen sich durch leuchtende, bunte Farben aus. Im unteren Bereich des Ateliers stellte die befreundete Elmshorner Künstlerin Antje Schölzel aus. Ganz im Gegensatz zu Habedank herrschen bei ihr schwarz, weiß, grau und beige vor. Ihre abstrakten, gestischen Pinselschwingungen lassen innere Landschaften sichtbar werden. „Impuls trifft Ausdruck“, erklärte Schölzel.

Einige Häuser weiter öffnete Richard Scheffler die Tür zu seinem im Privathaus gelegenen Atelierraum. Der gelernte Schriftsetzer produziert viele seiner Werke per Drucktechnik. Eine Pinselzeichnung aus Linie und Fläche wird zur Druckvorlage, und die verschiedenen Formen werden in mehreren Vorgängen miteinander kombiniert und unterschiedlich koloriert. Zudem gestaltet er per Acrylmalerei „landschaftliche Räume und organische, wachsende Formen“, so Scheffler.

Das Küchencentrum Potschien diente als Ausstellungsfläche für sieben Künstler. Außerdem dabei: LMG-Schüler, die im Kunstkurs Specksteinskulpturen gefertigt hatten. „Ich habe die vom Stein vorgegebene Form übernommen und herausgearbeitet“, sagte Schülerin Lisa Dahlberg über ihr Werk.


Kohlezeichnungen zeigen Urlaubsimpressionen

Christel Schopnie präsentierte ihre Kohlezeichnungen auf bläulichem Untergrund. Dieser wurde per Chinapapier oder auswaschbarem Steinpapier gestaltet. In ihre Landschaftsbilder lässt Cornelia Schröder ihre Urlaubsimpressionen einfließen. In Erdtönen entstanden archaische Acrylbilder der Vulkaninsel Madeira. Die Öldrucke auf Chinapapier von Marion Middelberg entstehen experimentell. „Sie lassen Raum für eigene Ideen, so dass man selber was drin sieht“, so die Künstlerin.

Malerin Erika Brumm arbeitet gern mit Struktur: Aufgespachteltes Material wird per Acryl koloriert. In ihren Öldrucken, zuvor auf Glasscheiben aufgezeichnet und denn per Walze auf Seidenpapier gebracht, entstehen ungeahnte Bilder. Carsten Koch fotografiert seit seiner Kindheit mit Leidenschaft. „Es gibt so viele Einzelheiten und Details“, schwärmt er. Seine Fotos gaben einen Einblick in seine Sichtweise der Welt.

Bunt wurde es im Bereich von Annette Naghavi, denn hier gab es lebensfrohe Pop- und Streetart sowie quietschbunte, gehäkelte Fantasiewesen zu sehen. Aber auch dem Unbewussten widmet sich die Künstlerin, schafft bunte Collagen, die auf jeden Betrachter anders wirken: von skurril-aufregend bis düster-erschreckend.

Auch diverse andere Ausstellungsorte öffneten ihre Pforten: Die Holzmanufaktur „Meerwerk“ für Möbel und Objekte von Manfred Brocks, das Keramik- und Porzellanatelier Wanda Stehr, das offene Atelier am Kleinen Moorweg mit den Kunstwerken von Elke Werner, Vera Detjen, Renate Langheim und Inge Rosa Meyer, die Galerie IEN mit Fotografien von Achim Retzow sowie die Fondant Manufaktur von Zuckerkünstlerin Carolin Brüggemann, begleitet von Illustratorin Daniela Reimers und Kaffee von Peter Bauers Coffee-Bike.

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