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Die SPD will attraktiver für jüngere Mitglieder werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 28.Jan.2014 | 00:31 Uhr

Die Nord-SPD will sich eine Frischzellenkur verpassen. Bis zu den nächsten Wahlen zu Landtag und Bundestag 2017 soll die Partei jünger und attraktiver werden, sagte Landeschef Ralf Stegner nach einer Klausurtagung seines Landesvorstandes gestern in Kiel.

Die Daten, die Landesgeschäftsführer Christian Kröning der Parteiführung dabei vorgelegt hatte, überraschen nicht. Die SPD hat graue Haare bekommen. Nicht einmal jedes zehnte der rund 18 400 Mitglieder in Schleswig-Holstein ist jünger als 30 Jahre. Jedes zweite Mitglied gehört zur Generation 60plus.

Auch die Struktur der Parteiorganisation hat Risse bekommen. Einige der Ortsvereine der Partei haben heute bereits weniger als 30 Mitglieder. Einen Hoffnungsschimmer immerhin sehen Stegner und sein Landesgeschäftsführer. Im vergangenen Jahr gab es Kröning zufolge erstmals seit 20 Jahren keinen Mitgliederrückgang. Zuvor war die Zahl die Mitglieder – durch Tod oder Austritt – im Schnitt jährlich um fast 1000 gesunken. „Wir müssen Nachwuchsförderung auf Deubel-Komm-Heraus“ praktizieren“ und dabei politische Talente fördern, sagte Stegner. Neumitglieder sollen verstärkt in die kommunalpolitische Arbeit der SPD eingebunden werden.


Auch die CDU hat Nachwuchs-Sorgen


Allein steht der SPD-Chef mit den Problemen einer überalterten Partei nicht. Sein CDU-Amtskollege Reimer Böge führt zwar die nach Verlusten von 500 Mitgliedern im vergangenen Jahr mit 22 224 Beitragszahlern noch immer größte Partei im Norden. Die Quote der Parteigänger unter 30 Jahren liegt aber nach CDU-Angaben nur noch bei 3,8 Prozent.

Bei der SPD sind nun Kommissionen am Werk, die der Parteiarbeit neues Leben einhauchen sollen. Der Lübecker Sozialpolitiker und Landtagsabgeordnete Wolfgang Baasch etwa leitet eine Arbeitsgruppe, die das „Profil der SPD als Partei der sozialen Gerechtigkeit schärfen“ soll. Parteivize Bettina Hagedorn leitet ein Projekt zur „Stärkung der Demokratie“. Erste Ergebnisse will die SPD auf einem Landesparteitag im September erörtern.

Es sei die „Hinterzimmerpolitik“, die Demokratie aushöhle, sagte Stegner. Umgekehrt sei die jeweils überwältigende Beteiligung an den Mitgliedervoten zur SPD-Spitzenkandidatur in Schleswig-Holstein und zum Koalitionsvertrag im Bund „Vitaminspritzen“ für die Partei gewesen.

Finanziell sieht Stegner den Landesverband „gut aufgestellt“. Große Sprünge könne sich die Partei nach zwei teuren vorgezogenen Landtagswahlen zwar nicht leisten. Die Schulden von 800 000 Euro sollen aber bis 2017 abgebaut, zugleich Reserven für die dann anstehenden Wahlkämpfe gebildet sein.

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