Die Sache mit dem Tannenbaum

Rückblick: Im September 2010 schmückte Dorothee Driessen für den Eulenmarkt einen Weihnachtsbaum.
Rückblick: Im September 2010 schmückte Dorothee Driessen für den Eulenmarkt einen Weihnachtsbaum.

Katholisches Engel-Café ist fester Bestandteil des Quickborner Eulenmarktes und fing mit einer September-Weihnacht an

ellersiek-claudia-75R_7379.jpg von
30. August 2019, 16:00 Uhr

Quickborn | Ideenlosigkeit kann man Dorothe Driessen nicht unterstellen. Und Zaghaftigkeit auch nicht. Wenn die aufgeschlossene Quickbornerin, die sich so herrlich amüsieren kann, wenn ihr etwas Spaß macht, einen Plan gefasst hat, wird sie ihn auch umsetzen. Und wenn sie dafür mitten im September einen Weihnachtsbaum organisieren muss. Einen großen selbstverständlich, den sie dann auch noch schmückt. Vor neun Jahren machte sie mit dieser Aktion den Stand der katholischen Kirche auf dem Eulenmarkt zu einer Attraktion und muss heute noch lachen, wenn sie an die Reaktionen der Besucher denkt. Vor allem aber legte sie damit den Grundstein für das Engel-Café, das seitdem alljährlich zu einem ruhigen Treffpunkt auf einer rummeligen Meile wird.

„Wir haben lange einen Flohmarkt veranstaltet und hatten dann irgendwann das Gefühl, etwas Neues schaffen zu müssen“, sagt sie. Ziel der Überlegungen sei es gewesen, einen Ort der Begegnung zu schaffen und sicherzustellen, dass die katholische Kirchengemeinde stärker wahrgenommen wird. Das, so Driessen, sei mit dem Flohmarkt nicht wirklich gelungen. Also tat sie, was sie gut kann und dachte „um die Ecke“. Sie fragte sich, was die Menschen besonders mit der Kirche verbinden. „Und das ist natürlich das Weihnachtsfest.“ Damit war der Weg klar, zumindest für sie, und ihr Team zog im Vertrauen auf einen Erfolg einfach mal mit.

Driessen sprach einen Baumschuler an, der ihr eine drei Meter hohe Tanne besorgte und den Baum auch noch in einen Ständer packte. Dann holte sie ihre Weihnachtsdeko etwas früher als sonst üblich aus den Kisten und hängte in die Zweige, was die Sammlung hergab: Stroh- und Stoffsterne, kleine Figuren, rote Kugeln. Ganz klassisch, ganz traditionell. „Der sah einfach zauberhaft aus.“

Fanden auch die Besucher des Eulenmarktes an diesem eher bedeckten Sonntag im September 2010. „Die Leute reagierten ganz unterschiedlich. Einige gingen betont desinteressiert vorbei, als hätten sie nichts gesehen. Andere wollten den Tannenbaumschmuck kaufen“, sagt Driessen und muss bei der Erinnerung immer noch laut lachen. Zusätzlich kombinierten die Helfer die Aktion mit einem Gewinnspiel, „bei dem es nur einen Preis gab, nämlich den Weihnachtsbaum für das Fest im Dezember“. Dafür mussten die Teilnehmer die Frage, warum wir Weihnachten feiern, richtig beantworten. Besonders haften geblieben ist für Driessen die Knobelei von zwei jungen Leuten. „Sie waren sich nicht sicher, ob Jesus da geboren oder gestorben ist. Also haben sie gegoogelt.“

Mit viel Spaß das gesteckte Ziel erreicht, so lautet bis heute das Fazit von Driessen. „Wir sind ins Gespräch gekommen und wurden hier in der Diaspora stärker wahrgenommen.“ Und wie wurde daraus nun das Engel-Café? „Wir konnten im nächsten Jahr schlecht wieder einen Tannenbaum aufstellen.“ Also musste eine neue Idee her, und da Driessen Engel liebt, lag der nächste Schritt für sie nahe. Markenzeichen der Interims-Kaffeeklappe sind ein liebevoll gestaltetes Ladenschild und eine konsequent in Weiß gehaltene Dekoration: Hussen, Polster, Tischdecken. „Unser Stand sieht immer ein bisschen nach Hochzeitsgesellschaft aus, aber unsere Besucher mögen das und verweilen.“ Das sei ihr ganz wichtig, denn das könne man auf dem Eulenmarkt sonst nicht.

Geliebt wird der Stand, der wegen des Wiedererkennungswertes immer auf dem Platz vor dem Freibad zu finden ist, allerdings auch wegen des selbstgebackenen Kuchens, den Mitglieder der Kirchengemeinde großzügig zur Verfügung stellen. Ein Euro für alles, an diesem Preis will das Team nicht rütteln. Der Erlös fließt in Kirchenprojekte vor Ort. Der Eulenmarkt findet am Sonnabend, 21. September, ab 14 Uhr in der und rund um die Straße Am Freibad statt. Außer der Kirche präsentieren sich nahezu alle Vereine und Verbände.

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