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21. August 2017 | 09:09 Uhr

Die philosophische Prinzessin

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Victoria von Schweden (36) eröffnet in Hamburg eine Ausstellung und erklärt dabei sogleich, was es mit der Sicht der Menschen auf die Welt auf sich hat

Sogar die Krücken leuchteten in sattem Schweden-Blau: Als Kronprinzessin Victoria gestern Vormittag vor dem Hamburger Rathaus einer schwarzen Mercedes-Limousine entstieg, stützte sich der königliche Besuch auf zwei Gehhilfen. Das knielange creme-farbige Kleid ließ den Blick frei auf die Schiene am linken Bein, die die 36-Jährige einem Skiunfall verdankt. Eleganz und Charme des seltenen royalen Hamburg-Gastes tat das allerdings keinen Abbruch. Fanden jedenfalls die vielen Schaulustigen hinter den Absperrungen auf dem Rathausmarkt. Die waren vom Auftritt Victorias restlos begeistert. „Sie ist so schön“, freute sich Fanny (5), stellvertretend für die vielen anderen mit leuchtenden Augen. Unter einem grauen Januarhimmel genossen mehr als 100 Fans einen Hauch von Monarchie in der Stadt der Pfeffersäcke.

Die bestaunte Kronprinzessin und ihr Gatte Prinz Daniel (40) waren dafür die perfekten Vertreter. Freundlich lächelnd und ohne Scheu schüttelte die Thronfolgerin hingestreckte Hände, schrieb Autogramme und plauderte mit Umstehenden. Derweil sammelte Daniel kleine Präsente der Bürger ein: einen Strauß Rosen sowie Haarspangen und ein Stofftier für die daheimgebliebene Tochter Estelle (2).

Nach fünf Minuten Aufwartung vor dem Portal ging es hinein ins Rathaus. Bürgermeister Olaf Scholz hatte eigens für die lädierte Kronprinzessin eine Ausnahme vom strengen Protokoll der alten Stadtrepublik gemacht. Üblicherweise müssen sich Staatsgäste zu Fuß die Senatstreppe in den ersten Stock bemühen, an dessen oberem Ende der Bürgermeister zur Begrüßung parat steht. Die fußkranke Victoria durfte den Fahrstuhl nehmen. Scholz und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit sprachen hinter verschlossene Türen kurz mit dem Prinzenpaar. Für das offizielle Besuchsfoto gab Victoria sodann ihre Krücken kurz mal bei einer Ratsdienerin ab. Die Hamburger Offiziellen überreichten als Gastgeschenk die Erzählung „Leute von Hamburg“ des Ehrenbürgers Siegfried Lenz.

Auf dem Rathausmarkt schwärmten derweil Royality-Verehrer noch immer von Schönheit und Freundlichkeit der Schwedin mit den deutschen Wurzeln. Und ein Thema machte besonders bei den weiblichen Fans die Runde. Für eine Damengruppe stand fest: „Wir glauben, Victoria ist schwanger. Sie strahlt jedenfalls so.“ Gerüchte über ein mögliches zweites Kind des Paares halten sich hartnäckig, bestätigt hat das Königshaus dies bisher nicht.

Für Victoria und Daniel ging es in schneller Folge zu drei weiteren Terminen in der Stadt. Ein paar Schritte vom Rathaus entfernt sprach die Monarchin zunächst in der Handelskammer bei der Tagung „Moderne Grüne Städte – Chancen für Unternehmen in Schweden und Deutschland“. Am Mittag dann wieder großer Auflauf, Dutzende Schaulustige, Blumensträuße und Geschenke, diesmal vor dem Völkerkundesmuseum an der Rothenbaumchaussee. Die Kronprinzessin eröffnete dort eine Ausstellung mit schwedischem Design. „Design ist nicht nur schön – sondern die Sicht von Menschen auf die Welt. Im Idealfall ist das Ergebnis funktional und eine Bereicherung für das Leben“, bemerkte die 36-Jährige zutreffend – und strahlte unverdrossen weiter, als nach dem Druck auf den roten Knopf die Lichter dunkel blieben.

Den Abschluss der Stippvisite an der Elbe bildeten ein Besuch in der HafenCity-Ausstellung sowie eine Rundfahrt durch den Stadtteil in einem Wasserstoffbus. Am Nachmittag flog das Paar weiter nach Düsseldorf.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 12:24 Uhr

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