Die Hingucker bei der WM

Superstars wie Ronaldo und Messi oder die Latino-Fans – auch ohne die deutschen Weltmeister gibt es noch viel zu sehen bei den Titelkämpfen in Russland

shz.de von
29. Juni 2018, 11:03 Uhr

Deutschland ist raus, die Weltmeisterschaft noch lange nicht zu Ende. Noch zwei Wochen, 16 K.o.-Spiele – und jede Menge Hingucker. Auf wen sollte man achten nach dem Abflug des entthronten Titelverteidigers. Eine unverbindliche Empfehlung.

BUNDESLIGA-PROFIS: 37 sind noch dabei. Darunter Spaniens Thiago und Kolumbiens James Rodríguez vom FC Bayern München. Allein im Schweizer Kader stehen zehn in Deutschland tätige Spieler, in Japans Team sieben. Kroatien hofft zudem auf die Tore von Ante Rebic von Eintracht Frankfurt und Andrej Kramaric von 1899 Hoffenheim. Der Leipziger Emil Forsberg mischt bei Außenseiter Schweden mit.

LATINO-FANS: Farbenfroh, fröhlich und höllisch laut. Egal ob aus Mexiko, Brasilien, Argentinien, Uruguay oder Kolumbien – die weit gereisten Anhänger feiern ihre Fiesta und tanzen auf den Rängen. Unter den Top-Ten-Nationen bei den Ticket-Verkäufen lagen übrigens mit Brasilien (72 512), Kolumbien (65 234), Mexiko (60 302), Argentinien (54 031) und Peru (43 583) alleine fünf lateinamerikanische Länder.

CRISTIANO RONALDO: Der Muskelmann will sich zum Superstar des Turniers krönen. Muss mit Europameister Portugal jetzt im Achtelfinale gegen Uruguay ran. Auch der „Goldene Ball“ als bester Spieler und der „Goldene Schuh“ als Torschützenkönig ist für den Weltfußballer ein Ziel: Mit vier Treffern liegt der Stürmer von Real Madrid hinter Englands Goalgetter Harry Kane (5) gleichauf mit dem Belgier Romelu Lukaku und dem Russen Denis Tscheryschew.

LIONEL MESSI UND DIEGO MARADONA: Argentiniens Superstar scheint mit seinem Tor gegen Nigeria angekommen in Russland. Aber wie kommen der fünfmalige Weltfußballer und der gesundheitlich angeschlagene Nationalheld (auf der Tribüne) weiter durch das Turnier, wenn es erst in die K.o.-Spiele geht? Stresstest für Messi und Maradona.

FELIX BRYCH: Der Schiedsrichter und Jurist aus München könnte der große Profiteur vom Aus des Weltmeisters werden. Übers Viertelfinale ist der 42-Jährige noch nie bei einem Turnier hinausgekommen. In Russland gilt er als ein Anwärter auf das Finale am 15. Juli.

DER BEISSER: Beherrscht sich Luis Suarez diesmal? Der uruguayische Stürmer vom FC Barcelona ging vor vier Jahren in die Historie ein, als er seine Zahnabdrücke in der Schulter des Italieners Giorgio Chiellini hinterließ und für vier Monate von allen Fußballaktivitäten ausgeschlossen wurde. „El Pistolero“, wie er genannt wird, trifft auch wieder – bisher zwei Tore.

STANISLAW TSCHER- TSCHESSOW: Der Trainer ist eine Wucht. Schon jetzt hat er mit Gastgeber Russland mehr erreicht bei der WM als sein einstiger Trainer beim FC Tirol Innsbruck Anfang des Jahrtausends. Der hieß Joachim Löw. Tschertschessow war damals – und einige Jahre zuvor bei Dynamo Dresden – Torhüter und hat seither an Kilos und Erfahrungen zugelegt.

SPANIENS SENIOR: Auch mit 34 Jahren schlägt Andrés Iniesta noch Zuckerpässe, auch wenn 90 Minuten inzwischen zu lang für ihn sind. Über sein Alter mag der schmächtige Superstar vom FC Barcelona nicht mehr diskutieren. „Seit ich 30 bin, muss ich mir anhören, dass ich alt bin.“ Er ist letztmals auf der ganz großen Bühne zu sehen: Nach der WM wechselt er nach Japan zu Vissel Kobe.

HARRY KANE: Dem englischen Stürmerstar gelang bisher fast alles bei dieser WM. In den ersten beiden Spielen erzielte er fünf Tore und führte damit nach der Gruppenphase die Torjägerliste an. Gegen Panama gelang dem bodenständigen Angreifer von Tottenham Hotspur sogar ein Dreierpack. Noch mehr als auf den „Goldenen Schuh“ hat es Kane aber auf den WM-Titel abgesehen.

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