Geologie am Strand : Die Geschichte der Steine

Till und Noah von der Grundschule am NOK (Standort Neuwittenbek) sammeln gerne Steine am Strand.
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Till und Noah von der Grundschule am NOK (Standort Neuwittenbek) sammeln gerne Steine am Strand.

Donnerkeil und Feuerstein – Die Schüler der Grundschule am Nord-Ostsee-Kanal lernen die Welt unter ihren Füßen.

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18. Juni 2018, 06:41 Uhr

Sammle Dinge am Strand – hart, weich, schwarz, grün, natürlich oder nicht natürlich – und bastle daraus ein Strandmonster. So lautete die Aufgabe für die Kinder der Grundschule am Nord-Ostsee-Kanal der Standorte Neuwittenbek und Schinkel. Während der drei Projekttage sollen die Mädchen und Jungen für den Lebensraum Strand sensibilisiert werden, erklärt Schulleiterin Ulrike Knabe. „Sie sollen erkennen, was es alles am Strand gibt und was dort nicht hingehört, wie Müll.“

Am ersten Tag in Lindhöft sammelten die 92 Schüler alles, was für das Strandmonster geeignet erschien. „Sie haben das sehr liebevoll gestaltet und sie haben auch Müll mit in das Monster eingebaut“, erklärt Knabe.

Der zweite Tag in Dänisch-Nienhof galt dann der Steinkunde. Geotanium-Mitarbeiter Uwe Schmidt erklärte seinen jungen Zuhörern, welche Arten von Steinen es gibt, wie sie entstehen und vor allem, wie sie nach Schleswig-Holstein gekommen sind. „Wir bieten solche Projekte ja öfter für Schulen an“, erklärt Schmidt. Die Kinder seien besonders empfänglich für das Thema, denn: „Jedes Kind sammelt Steine und irgendwann wird es weniger, weil der Zugang fehlt. Aber wir können sie da abholen.“

Noah und Till können dem nur zustimmen. „Ich sammle viele Steine“, erklärt Noah. „Ich habe zu Hause eine große Steinsammlung und total viele Kristalle.“ Das Lieblingsstück aus seiner heutigen Sammlung ist ein versteinerter See-Igel, der noch dazu flach ist. „Der wurde plattgedrückt“, erklärt der Zehnjährige stolz.

Am spannendsten fand Till bisher zu erfahren, wie Vulkansteine von Schweden nach Schleswig-Holstein gekommen sind und wie es zu Versteinerungen kommt. „Ein Bernstein braucht eine Million Jahre, um ein Bernstein zu sein“, ist der Neunjährige fasziniert. „Das ist Harz vom Baum, das versteinert.“ Und auch Noah kennt sich mit Bernstein aus: „Meine Oma hat zu Hause auch einen, sogar mit einem Tier drin.“

Am dritten Tag bastelt jedes Kind ein eigenes Projekt aus dem selbst gesammelten Fundus vom Strand. Jeder Schüler hat am Strand von Dänisch-Nienhof schon einen großen Haufen Steine gesammelt und zeigt Uwe Schmidt seine Fundstücke. Granit, Sandstein, Basalt und Feuerstein können die Schüler nach einem Tag schon relativ treffsicher erkennen. „Die Kinder sind total begeistert“, sagt Ulrike Knabe, „Sie sind gleich losmarschiert und haben Steine gesucht.“ Das Ziel der Projekttage an der Grundschule: „Wenn sie wissen, wie der Strand entstanden ist, schützen die Kinder ihn vielleicht auch mehr“, sagt die Schulleiterin vom Standort Neuwittenbek.

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