Die CDU ist klarer Wahlgewinner

Betretene Minen bei den SPD-Politikern Susanne Dohrn und Horst Lichte.
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Betretene Minen bei den SPD-Politikern Susanne Dohrn und Horst Lichte.

Christdemokraten erreichen in Tornesch 41,9 Prozent der Stimmen / Grüne aus dem Stand auf 21,2 Prozent / Herbe Verluste für SPD

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07. Mai 2018, 16:05 Uhr

Die CDU ist deutlicher Gewinner der Gemeindewahl in Tornesch. Die Christdemokraten erreichten bei der gestrigen Abstimmung 41,9 Prozent der Stimmen und konnten damit im Vergleich zur Abstimmung von vor fünf Jahren 3,5 Prozentpunkte zulegen. Zudem konnte die CDU sämtliche Wahlkreise für sich entscheiden. Heimlicher Sieger der Kommunalwahl sind allerdings die Grünen. Nachdem die Partei vor fünf Jahren nicht angetreten war, erreichte sie aus dem Stand 21,2 Prozent. Wundenlecken hingegen bei der SPD, die ihr Ergebnis mit 26,6 Prozentpunkten nahezu halbierte. Die FDP legte leicht zu und erreichte 10,3 Prozent.

Applaus und Jubelschreie brandeten gestern auf, als um kurz nach 20 Uhr das vorläufige Endergebnis feststand. Sie kamen zwar auch aus dem CDU-Lager, doch noch lauter war die Freude der Grünen zu vernehmen. Aus dem Stand auf mehr als 21 Prozent, damit hatten wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht gerechnet. Entsprechend groß war die Freude bei Spitzenkandidatin Ann Christin Hahn. „Ich bin eher vorsichtig, was Schätzungen betrifft“, sagte die 37-Jährige. „Ab fünf Ratssitzen hätte ich mich gefreut.“ Doch am Ende waren es sogar sechs − und damit nur einer weniger als die SPD. Ob Hahn nun auch den Fraktionsvorsitz übernimmt, ist noch unklar. Fest stehen allerdings die nächsten Schritte der Grünen. „Wir werden jetzt schauen, wer welche Aufgaben übernimmt“, so Hahn. Zudem stehe jetzt eine Einarbeitungsphase an − die auch etwas länger dauern könnte, so Hahn. Schließlich seien die Grünen fünf Jahre nicht im Rat vertreten gewesen.

Weiterhin im Rat vertreten ist die SPD, allerdings mit deutlich reduzierter Mannschaft. Statt bislang zwölf werden die Sozialdemokraten nur noch sieben Ratsmitglieder stellen. Entsprechend enttäuscht zeigte sich SPD-Ortsvereinschef Manfred Mörker. „Dass wir verlieren würden, war klar, schließlich kommen wir von der absoluten Mehrheit. Doch ich hatte auf 30 Prozent gehofft“, sagte Mörker. Nun könne er nachvollziehen, wie sich die CDU vor fünf Jahren gefühlt habe. Mörker betonte, dass bislang 80 Prozent der Beschlüsse gemeinsam gefasst worden seien. Nun hoffe er, auch künftig mit den übrigen Parteien gut zusammenarbeiten zu können.

Strahlende Gesichter waren hingegen bei der CDU zu sehen, die die Zahl ihrer Ratsmitglieder um drei Personen auf zwölf Lokalpolitiker steigern konnte. „Ich freue mich über das tolle Wahlergebnis“, sagte Stadtverbandschef Daniel Kölbl. Doch damit gehe auch viel Verantwortung einher. „Die Tornescher erwarten, dass wir die Probleme lösen.“ Der Christdemokrat betonte, dass die SPD-Politik der vergangenen fünf Jahre abgewählt worden sei. „Heute feiern wir, ab morgen packen wir an“, sagte Kölbl, der künftig zudem im Pinneberger Kreistag sitzen wird.

Gemischte Gefühle gab es bei den Liberalen. „Ich freue mich, dass wir ein paar Prozente mehr haben“, sagte FDP-Fraktionschef Gunnar Werner. Doch als Lohn für den Einsatz der vergangenen Jahre hätte er sich ein paar Stimmen mehr gewünscht. Doch nun müsse man mit dem Ergebnis arbeiten, so Werner. Die Liberalen stellen künftig drei statt bislang zwei Ratsmitglieder.

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