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100. Derby: Heute Super Cup zwischen THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt in Düsseldorf

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20. August 2019, 17:20 Uhr

Düsseldorf | Eine bessere Ouvertüre für die neue Saison hätte der Handball-Bundesliga (HBL) nicht passieren können. Wenn heute Abend (19.30 Uhr/live auf Sky Sport News HD) die stärkste Liga der Welt traditionell mit dem „Pixum Super Cup“ zwischen dem Meister und dem Pokalsieger in die neue Spielzeit startet, kommt es im Düsseldorfer ISS Dome gleich zu einem Duell der beiden Erzrivalen und aktuell besten deutschen Mannschaften THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt. Mehr Rivalität geht nicht. Pikanterie bei diesem Event: Es ist das Jubiläums-Derby – zum 100. Mal stehen sich beide Clubs gegenüber.

„Es geht um den ersten Titel der Saison, um reichlich Prestige und Vorherrschaft“, freut sich HBL-Präsident Uwe Schwenker, der aus langjähriger Erfahrung weiß: „Von dem Spiel haben beide schon immer profitiert. Die Fans rücken näher an ihre Mannschaften, die Emotionen schlagen höher, neue Sponsoren werden aufmerksam.“

Wie stark ist die Konkurrenz? Was ist es um die eigene Form bestellt? Der Super Cup ist für beide Handball-Schwergewichte eine willkommene Standortbestimmung kurz vor dem Auftakt in der Bundesliga am Wochenende. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt der neue THW-Trainer Filip Jicha (Foto, links) und fügt hinzu. „Ich glaube jeder, der ein Nordderby erlebt hat, weiß, worüber wir hier sprechen. Das ist immer etwas Spezielles. Ich habe es als Spieler immer geliebt.“

Die Vorbereitung der „Zebras“, die nach einer gefühlten Ewigkeit (seit 2015) endlich wieder die Meisterschale nach Kiel holen wollen, verlief vielversprechend. Die beiden Testspielsiege gegen die Topclubs FC Barcelona (33:29) und Paris St. Germain (34:30) haben für eine breite Brust bei Patrick Wiencek und Co. und Respekt bei der Konkurrenz gesorgt. Und nun soll gegen den Meister ein erstes Ausrufezeichen gesetzt werden. „Das ist sicher ein guter Test. Man kann eine Marke stellen und sehen, wo man steht“, sagt der blonde Kreisläufer.

Ins selbe Horn stößt Flensburgs Trainer Maik Machulla (Foto, re.), der mit seinem Team in der Vorbereitung hauptsächlich gegen dänische und schwedische Erstligisten den Ernstfall probte. „Mit dem THW treffen wir nun auf ein ganz anderes Kaliber und auf einen Gegner, der uns auf allerhöchstem Niveau fordern wird.“ Den Titel würde er schon gerne zum vierten Mal an die Flensburger Förde holen, doch nicht um jeden Preis. Zur Bedeutung dieses Wettbewerbs meint Machulla: „Der Verlierer wird sagen, das Spiel war nicht wichtig und das Ergebnis ist nicht so aussagekräftig. Und der Gewinner freut sich riesig über den ersten Titel. So ist das jedes Jahr.“ Weiter sagt der SG-Coach, der auf Holger Glandorf (Schulter-OP) verzichten muss: „Ich bin gespannt darauf, den THW ohne Alfred Gislason und mit neuer Energie zu erleben.“

Im vergangenen Jahr kassierten die Flensburger eine herbe 26:33-Niederlage im Super Cup gegen die Rhein-Neckar Löwen. Was sich im Nachhinein allerdings als gutes Omen für ihr Abschneiden in der Bundesliga erwies, wo die SG auf beeindruckende Weise ihren dritten Meistertitel gewann. Dennoch erklärt Kreisläufer Johannes Golla: „Wir wollen und werden es nun besser machen als im Vorjahr.“

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