Der T-Roc gefällt nicht nur dem Nachbarn

juergen_muhl-1270

von
14. Mai 2018, 14:29 Uhr

Unser Nachbar, ein jüngerer Mensch mit Kenntnissen aus der Autowelt, fragt, ob er denn nicht einmal kurz „mit dem goldenen Sprinter“ – wie er sagt – um die Ecke fahren dürfe. Darf er. Und kommt nach nur einer Viertelstunde Ausfahrt begeistert wieder. „Ich glaube, den kauf ich.“ Ich kann dem netten Rendsburger nur beipflichten. Der neue T-Roc ist ein Spaßmacher. Der kleinste SUV der Marke Volkswagen kommt frech und pfiffig daher. Mit dem T-Roc platziert Volkswagen ein für Wolfsburger Verhältnisse gewagtes Modell im Boom-Markt der kompakten SUV. Der 4,23 Meter lange Golf-Ableger tritt kernig auf und hebt sich deutlich von der Verwandtschaft ab. Vom Golf, auch vom Polo. Der T-Roc hat ein sehr eigenständiges Image. Mit dem Hang zum Jugendlichen. Was auch der neuen Marketing-Strategie von Volkswagen entspricht.

Schon die Bedienung bereitet Freude. Sie ist einfach und nicht verspielt. Unaufgeregt, eindeutig und qualitativ hochwertig - aber auch digital modern. Das zentrale Active Info Display (500 Euro Aufpreis) kann vielfältig ausgestattet werden, zeigt deutlich mehr an als Tacho und Drehzahl. Infotainment und Vernetzung sind im neuen VW-SUV auf aktuellem Stand bis hin zum induktiven Laden des Handys und der Möglichkeit, Online-Dienste zu buchen. Der T-Roc ist durchaus als digitales Auto zu charakterisieren.

Mit seiner coupéartigen Seitenansicht, einer C-Säule ähnlich einem Targa-Bügel und dem sportlichen Heck, bringt der Neue reichlich frischen Wind in einer Klasse, die eigentlich unter dem Golf liegt, von der Sportlichkeit aber darüber.

Bunt ist er auch noch. Elf Haupt- und drei Dachfarben lassen sich in 24 Kombinationen mixen, das Armaturenbrett ist in der jeweiligen Außenfarbe zu haben. Auch Gold ist eine farbliche Alternative. Aber ausschlaggebend sind die inneren Werte. Und davon hat er eine ganze Menge. Der Kofferraum des T-Roc bietet mit 445 Litern Volumen deutlich mehr als der Golf (380 Liter). Und selbst hinten sitzt der Durchschnitts-Europäer bequem.

Wir haben den abgasarmen (!!!) 150-PS-TDI mit Allrad und Doppelkupplungsgetriebe als harmonische und ausreichende Antriebsoption kennengelernt. Er fühlt sich auf der Straße so solide an, wie man es von VW gewohnt ist, lässt sich flott durch Kurven dirigieren. Bei allem Fahrspaß in schneller Gangart kommt der Komfort nicht zu kurz. Das Fahrwerk reagiert auf auf Knopfdruck und passt Dämpfer und Servolenkung an – und bügelt auch schlechten Untergrund glatt. Um die sechs Liter Diesel verbrauchte unser Testwagen. Bei flotter Fahrt, auch bei zügiger Autobahnreise, und auch im Stadtverkehr – das passt in die Zeit. Der T-Roc gefällt nicht nur meinem Nachbarn.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen