Der Kreis ist vorbereitet

In der Regio-Klinik in Elmshorn werden alle mit dem Coronavirus infizierten Patienten aus dem Kreis Pinneberg behandelt.
In der Regio-Klinik in Elmshorn werden alle mit dem Coronavirus infizierten Patienten aus dem Kreis Pinneberg behandelt.

Coronavirus Regio-Klinik Elmshorn wird Behandlungszentrum / Zwei Teststationen in der Region

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20. März 2020, 15:51 Uhr

Elmshorn/Moorrege | Die Zahl der Corona-Infektionen im Kreis Pinneberg steigt weiter. Die Regio-Klinik in Elmshorn wird in Zukunft alle mit dem Coronavirus infizierten Menschen, die stationär versorgt werden müssen, in Elmshorn behandeln. „Aktuell ist das Regio-Klinikum Elmshorn als Klinik, in der Corona-Patienten aufgenommen werden, definiert“, sagte Pressesprecherin Birga Berndsen auf Anfrage unserer Zeitung. Wichtig für Patienten ohne Covid-19: Wer dringend Hilfe benötigt, wird auch weiterhin in Elmshorn behandelt.

Am Standort Elmshorn werden nun Aufnahmekapazitäten geschaffen. Dazu werden unter anderem Nicht-Corona-Patienten nach Pinneberg verlegt. Auch planbare Operationen sollen verschoben werden. Laut Regio-Kliniken würden durch die Maßnahmen Kapazitäten für Covid-19 Patienten auf den Intensivstationen und Normalstationen geschaffen. Es entstünden Aufnahmekapazitäten in größerem Umfang. Ob die Klinik in Wedel, die bald geschlossen werden soll, als Reservestandort in Frage kommt, wollte Regio nicht sagen.

In Elmshorn sollen außerdem zusätzliche Intermediate-Care-Betten geschaffen werden. Sie sind das Bindeglied zwischen Normalstation und Intensivstation und damit für Patienten vorgesehen, die eine besondere Pflege benötigen. Patienten mit Covid-19 oder Verdacht auf die Krankheit werden auf einer Station behandelt, die über Isolierschleusen verfügt. Der Besuchsstopp zum Schutz von Patienten, Mitarbeitern und der Bevölkerung in den Regio-Kliniken hat weiter Bestand.

Die Einstufung als Corona-Zentrum basiert auf Vorgaben des Landes und dem Pandemie-Plan der Regio-Kliniken. Um weitere Kapazitäten zu schaffen, hat das Land die Kreise und kreisfreien Städte angewiesen, Behandlungen in Vorsorge- und Reha-Einrichtungen zu stoppen. Sie sind nur noch in Ausnahmefällen, etwa als Anschlussheilbehandlung, möglich.


Rachenabstrich in der  Straßenmeisterei

Der Kreis Pinneberg will gegen die Ausbreitung des Virus gerüstet sein. Dazu gehört die Einrichtung von Testzentren für Corona-Verdachtsfälle. Die Kreisverwaltung hat bereits eine Teststelle am Straßenverkehrsamt in Moorrege eingerichtet, die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) legte nach und eröffnete eine an der Elmshorner Leitstelle.

Getestet werden allerdings ausschließlich Menschen, für die ein Abstrich ärztlich angeordnet wurde. „Lediglich von Personen, die vom Gesundheitsamt einen Termin bekommen haben, wird hier ein Rachenabstrich genommen“, sagte Oliver Carstens, Sprecher der Kreisverwaltung, in Moorrege. Für alle anderen bleiben die Tore des Geländes an der Wedeler Chaussee definitiv geschlossen.

Menschen, die getestet werden müssen, fahren mit ihren Wagen zum rückwärtigen Teil der Straßenmeisterei. Das Ganze ist wie der Drive-In eines Fastfoodladens organisiert. Hinter der Straßenmeisterei warten eine Ärztin des Gesundheitsamts und eine weitere Verwaltungsmitarbeiterin in Schutzanzügen, mit Schutzbrille und Maske. Durch das geöffnete Fenster nehmen sie mit einem Wattestäbchen einen Rachenabstrich. Das Ergebnis gibt es dann zwei bis drei Tage später.

„Etwa 50 Personen haben wir seit Donnerstag getestet“, sagte Ulrike Evermann, Leiterin der Abteilung Infektionsschutz in der Kreisverwaltung. „Davon waren auch einige positiv.“ Es ist fast schon eine Binsenweisheit, aber Evermann bestätigt auf Nachfrage: „Wir rechnen mit einer deutlichen Zunahme der Zahlen. Das Wachstum ist exponentiell.“

Warum der Kreis die Teststation ausgerechnet an der mit öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht erreichbaren Straßenmeisterei in Moorrege installiert hat? „Es werden ausschließlich Personen dorthin geschickt, die mit dem Auto mobil sind. Für andere Verdachtsfälle gibt es nach wie vor andere Testmöglichkeiten“, sagt Evermann. Dazu gehören etwa die Hausbesuche ausgewählter Ärzte.

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