Der Kirchturm war nur ein Klacks

Büchereileiter Michael Harbeck las „Schwimmstunde mit Hosenklau“ vor − gespannt verfolgt von den zahlreichen Grundschülern.
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Büchereileiter Michael Harbeck las „Schwimmstunde mit Hosenklau“ vor − gespannt verfolgt von den zahlreichen Grundschülern.

Projekt: Schüler der Fritz-Reuter-Grundschule erlesen 45,78 Meter − und damit deutlich mehr als gefordert

shz.de von
22. Juni 2018, 16:05 Uhr

Sie wollten so viele Bücher lesen, dass der Stapel so hoch wie der Tornescher Kirchturm ist. Und die Schüler der Fritz-Reuter-Schule (FRS) haben ihr Ziel locker erreicht, es sogar deutlich übertroffen. 30 Meter waren erforderlich, am Ende waren es 45,78 Meter. Als Lohn gab es von Bürgermeister Roland Krügel und Büchereileiter Michael Harbeck jede Menge Lob − und auch ein paar Geschenke.

„Alle haben an dem Ziel gearbeitet“, sagte Schulleiterin Gudrun Rechter. 320 Schüler waren somit im „Lese-Einsatz“. In den Klassen standen dafür Bücherkisten bereit. Während Dritt- und Viertklässler fleißig schmökerten, erarbeiteten sich die Erst- und Zweitklässler sogenannte Lesepässe, wie die Lehrerinnen Andrea Engelhorn und Christin Rumpel erläuterten. Beide hatten das Projekt an der Grundschule initiiert und dessen Umsetzung organisiert. Die Anregung dazu erhielten die Deutschlehrerinnen im Frühjahr des vergangenen Jahres, als Kinderbuchautorin Ursel Scheffler an der Schule vorlas. Scheffler hat in Hamburg das Projekt „Büchertürme“ ins Leben gerufen, dabei wurde unter anderem von mehreren Schulen gemeinsam die Elbphilharmonie „erlesen“.


Lob von Bürgermeister und Büchereileiter

Schirmherr der Aktion an der FRS wurde Bürgermeister Krügel, logistische Unterstützung erhielt die Grundschule von Büchereileiter Harbeck. Beide waren auch zur großen Abschlussveranstaltung in die Sporthalle gekommen. „Als ich gehört habe, dass ihr euch selbst übertroffen habt, habe ich mich sehr gefreut“, sagte Krügel. Er hoffe, dass die Schüler viel Spaß am Lesen gefunden haben. Außer lobenden Worten hatte der Verwaltungschef auch zwei Geschenke dabei, eine große Schale mit Süßigkeiten und einen Scheck über 100 Euro. „Zum Nachkaufen“, sagte Krügel scherzhaft.

Ebenso wie in der Schule habe es auch in der Bücherei eine Anzeige gegeben, auf der stets zu erkennen war, wieviele Meter bereits gelesen wurden, sagt Harbeck. „Ich habe den Pfeil an die Decke gehängt, denn da seid ihr längst durch“, lobte Harbeck. „Das ist eine super Sache.“ Der Büchereileiter brachte den verdutzt blickenden Schülern eine leere Ipad-Hülle als Geschenk mit. Um dann zu erläutern, dass er soeben 16 Geräte geliefert bekommen habe, die künftig im Unterricht an der Fritz-Reuter-Schule zum Einsatz kommen sollen.

Eine bessere Rechtschreibung, mehr Fantasie und die Schulung des sprachlichen Bereichs, die positiven Aspekte des Leseprojekts seien vielfältig, betonte Rechter. Im Dezember erfolgte der Startschuss. „Die Schüler waren sehr motiviert und haben wie verrückt gelesen“, berichtete Rumpel. Bereits kurz nach Ostern sei das Ziel von 30 Metern erreicht gewesen, so die Lehrerin. Alle Beteiligten sind sich einig, dass sie das Leseprojekt mit dem Erreichen des Ziels nicht enden lassen wollen. Deswegen haben sie nun das Planetarium in Hamburg ins Auge gefasst. Nach den Sommerferien beginnen die Schüler, das Gebäude zu erlesen. Es ist übrigens 64 Meter hoch.

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