Schulfest mit Königsspielen : Den Tatort kurzerhand verlegt

Mit ihrem Theaterstück „Mord im Krankenhaus“ sorgte die 4. Klasse für witzige Unterhaltung beim Schulfest. Es spielten mit: Justus, Emily, Tom, Elly, Henriette, Lina, Lasse, Bennet, Lia und Lukas.
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Mit ihrem Theaterstück „Mord im Krankenhaus“ sorgte die 4. Klasse für witzige Unterhaltung beim Schulfest. Es spielten mit: Justus, Emily, Tom, Elly, Henriette, Lina, Lasse, Bennet, Lia und Lukas.

Schulfest Neudorf-Bornstein mit Theateraufführung der 4. Klasse und Kinderkönigsproklamation.

shz.de von
02. Juli 2018, 06:34 Uhr

Die Sonne schien so herrlich, dass der Tatort ganz spontan aus der Sporthalle auf die Schulwiese verlegt wurde. Jedes Jahr eine Woche vor Beginn der Sommerferien findet das Schulfest der Grundschule Neudorf-Bornstein statt. In diesem Jahr präsentierten die Schüler der 4. Klasse der Privaten Grundschule Neudorf-Bornstein ihr Kriminalstück „Mord im Krankenhaus“ von Nischka Franck.

Gut 150 gespannte Zuschauer verfolgten den Krimi, den am Schluss alle überlebten, wobei viel gelacht wurde. Die Aufführung endete mit einem gemeinsamem Lied der jungen Schauspieler: „Immer viertel nach Acht wird einer umgebracht“, einer Parodie auf die Krimiflut im Fernsehen.

Bereits am Vormittag starteten vielfältige Wettbewerbe für die Schüler, von Nudeln auffädeln über Leitergolf und Teebeutel werfen bis hin zu Geschicklichkeitsspielen. Die Besten jeder Klasse wurden am späten Nachmittag zu Königin und König gekrönt. Bevor es aber soweit war, gab es Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Limonade. Kinder konnten sich schminken lassen oder Dosen werfen oder einfach den Spielplatz nutzen. Das Angebot an Aktivitäten war groß.

Ermöglicht wird das jährliche Fest durch das Engagement der Lehrkräfte und der Eltern, sowie einiger Vereine. Das DRK verkaufte Kaffee und Kuchen. Der benachbarte Kindergarten machte mit, wobei deren Kinder Schulluft schnupperten.

Die Grundschule Neudorf-Bornstein wurde 2013 privatisiert, um sie vor der Schließung zu bewahren. Die bei staatlichen Grundschulen erforderliche Mindestschülerzahl von 80 wurde seinerzeit nicht erreicht. 40 Schüler bräuchte der Standort Neudorf aber auch jetzt, um wirtschaftlich arbeiten zu können. Für das neue Schuljahr sind bis jetzt erst 32 Schüler eingeschrieben, davon neun Erstklässler.

„Es ist also noch Luft nach oben“, wie Standortleiterin Christine Kleiß sagte. Sie hofft noch auf die eine oder andere Anmeldung. Mitunter wechseln auch Schüler mitten im Schuljahr – meist Schüler, die mehr individuelle Unterstützung benötigen, als das in den großen Klassen staatlicher Schulen möglich ist. Aber nicht nur kleine Klassen machen den Unterschied. Es gibt jeden Tag eine Stunde Sport und auf Musik und Kreativität wird Wert gelegt.

„Mord im Krankenhaus“ war nicht das einzige Theaterstück, das in diesem Jahr in der Schule einstudiert und aufgeführt wurde. „Die Kinder lernen so, vor vielen Menschen zu stehen und zu sprechen“, erklärte Christine Kleiß. Es gibt keinen Frontalunterricht, aber Immersionsunterricht in deutsch-englisch ab der 1. Klasse. „Bei uns lernen die Schüler selbstständig zu arbeiten“, so Kleiß. Nebenan befindet sich der Kindergarten. Die Ältesten kommen regelmäßig in die Schule zur Vorschule. „Bei der Einschulung kennen die Kinder uns Lehrer bereits“, so Christine Kleiß.

Alieen Jürgensen ist Mutter einer Zweitklässlerin und begeistert vom pädagogischen Konzept, der täglichen Sportstunde und dem Immersionsunterricht. Die lernbegeisterte Tochter Lenya kann sich auf die Frage, was ihr denn am meisten Spaß mache, gar nicht entscheiden: „Sport, Deutsch, Mathe, Musik – einfach alles.“ Für Alieen Jürgensen ist klar, dass auch ihre zweite Tochter später hier eingeschult wird. Außerdem: „Schon mein Mann ist hier zur Schule gegangen.“

Die Proklamation der neuen Majestäten rundete das Schulfest ab. Jede Klasse stellte ein Königspaar. Kein Kind ging leer aus, jedes bekam schließlich ein Geschenk. Dafür hatten die Eltern im Dorf gesammelt. In Begleitung des Spielmannszugs beschloss ein Umzug das Fest.

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