Co-Working-Space auf dem Land – Modellprojekt startet in Gettorf

Weihten den Container ein: (oben, v.li.)Amtsdirektor Matthias Meins, Jürgen Baasch, Thorsten Lilienthal (Wirtschaftsförderung), Ulrich Bähr; (unten, v.li.) Dieter Kuhn (Aktivregion Eckernförder Bucht), Praktikanten Leif Schada von Borzyskowski und Johanna Killing sowie Olga Bünning (Heinrich-Böll-Stiftung).
Weihten den Container ein: (oben, v.li.)Amtsdirektor Matthias Meins, Jürgen Baasch, Thorsten Lilienthal (Wirtschaftsförderung), Ulrich Bähr; (unten, v.li.) Dieter Kuhn (Aktivregion Eckernförder Bucht), Praktikanten Leif Schada von Borzyskowski und Johanna Killing sowie Olga Bünning (Heinrich-Böll-Stiftung).

shz.de von
21. Mai 2018, 19:34 Uhr

Wie funktioniert ein Co-Working-Space im ländlichen Raum? Das versucht aktuell die Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein mit einer Tour durch das Land herauszufinden. In Gettorf fiel jetzt der Startschuss.

„Gettorf steht unter dem Motto: Pendlerhafen“, erklärt Projektleiter Ulrich Bähr. „Wenn jemand zum Beispiel in Osdorf wohnt, morgens sein Kind zur Schule bringen muss und in Kiel arbeitet, für den bietet sich unter Umständen der Co-Working-Space in Gettorf an.“ Mit Co-Working ist eine neue Arbeitsform gemeint, bei der Arbeitnehmer oder Freiberufler verschiedenster Professionen gemeinsam in einem öffentlichen, gemieteten Raum arbeiten. Der Co-Working-Space ist der dafür zur Verfügung gestellte Raum, in dem mindestens eine Internetverbindung und Strom bereitgestellt werden. Das Ziel der flexiblen Büroräume ist vor allem die Bildung menschlicher und beruflicher Netzwerke, und, so Bähr: „Wir wollen innovative Impulse aufs Land bringen, den Pendlerverkehr und Stickoxide reduzieren.“

Der Container mit sieben Arbeitsplätzen, Terrasse, Grünpflanzen sowie Kaffeebar ist ab heute auf dem Karl-Kolbe-Platz bezugsfertig. Dort wird der Co-Work-Container noch bis zum 11. Juni allen Interessierten von 9 bis 17.30 Uhr offen stehen. Für das Modellprojekt stellte die Gemeinde neben dem Platz auch Strom und WLan zur Verfügung. „Wir erforschen, unter welchen Umständen Co-Working auf dem Land angenommen wird“, sagt Projektmitarbeiterin Olga Bünning. Außerdem entwickeln Bähr und seine Kollegen verschiedene Mobilitätskonzepte wie Elektroroller oder -shuttle, um auch für den Weg zum Co-Working-Space das Auto stehen lassen zu können.

Insgesamt neun Stationen wird die Heinrich-Böll-Stiftung in den kommenden Monaten mit der Unterstützung der Kielregion, der Wirtschaftsförderung Kreis Rendsburg-Eckernförde, dem Kreis Plön und dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit ihren Co-Working-Containern ansteuern. „In Grönwohld werden wir sogar Schlafcontainer haben“, so Ulrich Bähr. Außerdem wird es vor Ort Workshops und Beratungen etwa zur Gründungskultur geben. „Wir hoffen“, sagte Gettorfs Bürgermeister Jürgen Baasch, „dass der Funke überspringt und wir so Gründer mit Bestandsunternehmen zusammenbringen.“

Anmeldungen sowie Infos gibt es unter www.coworkland.de.

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