zur Navigation springen

Bund erlässt Lärmschutzkonzept für Wale – und übergeht Windparkbetreiber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck hat den besseren Lärmschutz für Schweinswale beim Bau von Meereswindparks begrüßt. „Es ist gut, dass es nun ein Schallschutzkonzept gibt“, sagte der Grünen-Politiker gestern. „Denn Lärm kann für Schweinswale verheerend wirken.“ Tags zuvor hatte Habecks Bundeskollege Peter Altmaier (CDU) das neue Konzept in Kraft gesetzt.

Altmaiers Erlass schreibt vor, dass Windparkbetreiber in einem Umkreis von acht Kilometern um ihre Baustellen besondere Vorsichtsmaßnahmen wie etwa die Einrichtung von „Blasenschleiern“ treffen müssen. Zudem darf in der Nordsee stets nur ein Zehntel der Schweinswal-Gebiete gestört werden – und im Sommer sogar nur ein Hundertstel des Walschutzgebiets bei Sylt. In der Nähe bauen Vattenfall und die Stadtwerke München den Park „Dan Tysk“.

Mit seinem Konzept setzt Altmaier sich über Bedenken der Windkraftbranche und der Wirtschaftsminister der Länder hinweg, denen seine Pläne zu weit gingen. Der Chef der Stiftung Offshore-Windenergie, Jörg Kuhbier, hatte daher „dringend um eine Überarbeitung des Konzepts“ gebeten. Sonst entstünden „schwerwiegende wirtschaftliche Risiken für künftige Projekte“.

Naturschützer zeigten sich dagegen zufrieden mit dem Konzept und bezeichneten es in einer gemeinsamen Erklärung von sechs Umweltverbänden als „Schritt in die richtige Richtung“. Wie dringend Altmaiers Erlass sei, zeige die Tatsache, dass „bisher bei keinem der Offshore-Projekte der geltende Schallgrenzwert von 160 Dezibel beim Bau dauerhaft eingehalten wurde“. Allerdings kritisierten die Verbände, dass das Lärmschutzkonzept nicht für die Ostsee gilt.

Der Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) reagierte dagegen reserviert. Er wolle das Konzept noch nicht abschließend bewerten, ließ er seinen Sprecher ausrichten. Positiv sei aber, dass bereits genehmigte Parks von den verschärften Vorschriften ausgenommen seien.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen