Bürger wünschen sich wieder drei Schularten

Margret Kiosz von
14. Februar 2020, 11:06 Uhr

Kiel | Die jüngsten schulpolitischen Entscheidungen von Bildungsministerin Karin Prien stoßen auf große Zustimmung bei den Eltern. Besonders die Rückkehr zu den Notenzeugnissen wird durchweg positiv beurteilt, wie eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für die AfD in Schleswig-Holstein zeigt. Demnach begrüßen 90 Prozent der Befragten, dass es neuerdings wieder Ziffernzeugnisse gibt.

Weniger Applaus gibt es für die Reduktion des Schulsystems auf zwei Stufen – also Gemeinschaftsschulen und Gymnasien. Laut Insa sind 78 Prozent der Meinung, dass es in Schleswig-Holstein Gymnasien geben sollte, 64 Prozent sagen dies über Realschulen und 58 Prozent über Hauptschulen.

Politisch brisant sind die Umfrage-Ergebnisse zur Vorschule. Für Kinder, die im 6. Lebensjahr noch keine Schulreife besitzen, soll es – so der Wunsch bei neun von zehn Befragten – die Möglichkeit geben, eine Vorschule zu besuchen. Dass dieser Besuch verpflichtend sein sollte, meinen 58 Prozent der Vorschulbefürworter.

Frank Brodehl, bildungspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, betont, dass die bildungspolitischen Anträge der AfD-Fraktion im Landtag „exakt in dieselbe Richtung gehen, die von der Mehrheit der Bürger in Schleswig-Holstein gewünscht wird“. Bedauerlich sei deshalb, dass zum Beispiel sein Antrag, Vorschulklassen an Grundschulen einzurichten, damit Kinder mit Förderbedarfen – insbesondere mit sprachlichen Defiziten – ab dem sechsten Lebensjahr am Vormittag kostenfrei unterrichtet werden, abgelehnt worden sei. Ähnlich erging es ihm mit dem Vorstoß, den Gemeinschaftsschulen wieder die Bildung abschlussbezogener Hauptschul- und Realschulklassen zu erlauben, um unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten besser zu entsprechen als in gemischten Klassen. Den Abgeordneten, die parteiübergreifend seine Anträge ablehnten, warf er eine „von links-grüner Ideologie geprägte Bildungspolitik“ vor. Diese stelle nicht den Leistungsgedanken sowie den größtmöglichen Bildungserfolg eines jeden Schülers in den Mittelpunkt, sondern die Gleichmacherei. „Dass dieses Konzept nicht aufgehen kann, hat die Praxis schon seit Langem gezeigt“, so Brodehl. Laut Umfrage wünschten sich die Befragten stattdessen, dass jeder Schüler seinen individuellen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend bestmöglich gefördert und gefordert wird. „Denn nur so lässt sich ein weiteres Absinken des Bildungsniveaus an unseren Schulen stoppen und größtmöglicher Bildungserfolg  für jeden einzelnen Schüler erzielen.“ Dieser Wunsch drücke sich auch darin aus, dass zwei Drittel der Befragten für den Erhalt der Förderschulen als weiterer Säule des gegliederten Schulsystems votieren.

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