Buchholz „beschwipst“ am Steuer

Minister Bernd Buchholz mit simulierten 0,8-Promille am Steuer. Hinten Janina Albrecht vom DDAD-Promoterteam.
Minister Bernd Buchholz mit simulierten 0,8-Promille am Steuer. Hinten Janina Albrecht vom DDAD-Promoterteam.

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13. Mai 2018, 13:55 Uhr

Insgesamt ereigneten sich im Jahr 2017 in Schleswig-Holstein 12 526 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, 100 Menschen starben. 549 Unfälle waren alkoholbedingt. Das entspricht exakt dem Bundesdurchschnitt von 4,4 Prozent, wie Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) jetzt bei der Vorstellung der Kampagne „Don’t drink and drive Academy“ (DDAD) im Regionalen Bildungszentrum Technik (RBZ) sagte.

Es war der Auftakt mehrerer Veranstaltungen in Berufsbildungseinrichtungen im Land. Seit 1993 gibt es die Aktionen, zunächst in Diskotheken, seit 2014 auch an Berufsschulen. Auch wenn die Zahl der Alkoholunfälle seit 1991 kontinuierlich rückläufig ist, ist Aufklärung – insbesondere junger Fahrer – nötig. So richtet sich die Kampagne an die 18- bis 24-Jährigen. Schirmherr Buchholz: „Die Aktion ist wichtig und unterstützenswert“. Wenn Selbstüberschätzung, mangelnde Fahrpraxis und widrige Witterungsverhältnisse mit Alkoholgenuss zusammenkommen, entstehe eine gefährliche Mischung.

Was die Politik außerdem tun könnte: „Ich halte härtere Strafen wie längere Fahrverbote für Verstöße gegen die Promillegrenzen für ein durchaus probates Mittel“, so Buchholz. Dass die Verbände der Bierbrauer, der Sektkellereien, der Spirituosenindustrie sowie die Weinakademie die Kampagne unterstützen, lobte Buchholz. Michael Scherer von den Norddeutschen Brauereiverbänden nannte die Sicherheit im Straßenverkehr vorrangig.

Neben Informationen zu Strafen und Versicherungsfolgen einer Alkoholfahrt ist dieses Jahr neu, dass in dem computergesteuerten Promille-Fahrsimulator eine Virtual-Reality-Brille zum Einsatz kommt. Durch diese erlebt man Beeinträchtigungen bei einer 0,8-Promille-Fahrt eindrucksvoll. Das erlebte Bernd Buchholz am eigenen Leib. Mit Janina Albrecht vom Promoterteam auf dem Beifahrersitz fuhr der Minister – simuliert leicht beschwipst – durch die Landschaft, worauf er sich am Ende der Tour den Schweiß von der Stirn wischen musste. „Anstrengend! Man erlebt es durch die Brille derart real, dass man das Gefühl hat, der Magen fährt geradeaus, während der Rest in die Kurve geht“, so Buchholz. Er hofft, dass die Botschaft „Wer fährt, bleibt nüchtern“ bei jungen Leuten ankommt und sie diese in den Freundeskreis tragen. Die Resonanz der Jugendlichen in den Vorjahren sei positiv, sagte PR-Berater Jens Strieder: „Der gewünschte Effekt ist auf jeden Fall gewährleistet“. Infos zur Kampagne unter www.ddad.de.

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