Breite Zustimmung für Kompromiss

Hier segnet der Bauausschuss den Abriss des Bleekerstiftgebäudes ab.
Hier segnet der Bauausschuss den Abriss des Bleekerstiftgebäudes ab.

Bauausschuss macht den Weg frei für Überplanung und Neubebauung des Geländes / Schriftzug muss erhalten werden

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26. Mai 2018, 16:05 Uhr

Der Ausschuss für Bau-, Umwelt- und Verkehrsrecht ist zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Einziges Thema am Donnerstagabend: Der Abrissantrag für das Bestandgebäude des früheren Uetersener Krankenhauses − Bleekerstift − aus wirtschaftlichen Gründen. Nach zum Teil heftiger Diskussion wurde entschieden: Das Gebäude darf unter Auflagen abgerissen werden.

Architekt Maik Timm hatte im Auftrag der Investoren bereits im April einen Abrissantrag gestellt, die Politiker hatten das Anliegen damals jedoch zurückgewiesen. Und zwar mit Verweis auf die Erhaltungssatzung der Stadt. Eine Unterschriftenaktion von Gegnern des Abrisses (mehr als 700 Unterschriften kamen zusammen) hatte darüber hinaus davor gewarnt, übereilt zu handeln. Der Antrag wurde zurück in die Fraktionen verwiesen, dem Architekten wurde aufgetragen, mit den Initiatoren der Unterschriftenaktion, namentlich Elsa Plath und Uwe Staack, in Kontakt zu treten und bis zur Sondersitzung einen möglichen Kompromiss zu erzielen. Dieser Kompromiss lag rechtzeitig vor Sitzungsbeginn vor. So bleibt der in großen Lettern angebrachte Schriftzug „Bleekerstift“ erhalten. Ein möglicher Neubau muss zudem hinsichtlich seiner Fassade deutlich an das alte Bestandsgebäude erinnern und rot verklinkert werden. Nach Informationen unserer Zeitung kostet die Investoren dieser Kompromiss 50 000 Euro. Den Fraktionen, bis auf die Grünen, die dem Abriss nicht zustimmten, war zudem wichtig, dass die Versprechungen des Architekten schriftlich fixiert werden. Und dass der alte Bleekerstein aus dem Jahre 1999 an markanter Stelle wieder aufgestellt wird. Mit beidem habe er kleine Probleme, so Timm, der den neuen Entwurf während der Sitzung erläuterte.

Ingo Struve, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagte, dass seine Fraktion dem Abrissantrag zustimmen werde. Was jetzt vorliege, sei anständig. Andreas Stief, Chef der CDU-Fraktion, sagte, dass es für seine Fraktion unstreitig sei, dass es sich bei dem nun vorliegenden Entwurf um ein neues Papier handele. Die Initiative habe einen Kompromiss erzielt. Immerhin habe man damit etwas erreicht. Die CDU werde zustimmen, aber sehr genau darauf achten, dass das Vorhaben, so wie jetzt vorgestellt, umgesetzt wird.

Holger Köpcke von der BfB-Fraktion erinnerte an das Gebäude der Wela-Werke an der Straße Zum Roggenfeld, das ebenfalls Bestandteil der Erhaltungssatzung gewesen sei, aber ohne Beteiligung des Bauausschusses abgerissen wurde. Herr Timm sei immer sauber umgegangen mit der BfB, daher wolle man ihm nun keinen Stein in den Weg legen.


Grüne äußern deutliche Kritik

Zornig machte das Thema hingegen Bernd Möbius, Vorsitzender der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Er sagte, dass die Inititoren der Initiative, namentlich Elsa Plath, nicht das Recht hätten, für alle 700 Unterzeichner zu sprechen. Der Ausschuss verkomme zur Interessengemeinschaft der Investoren, formulierte Möbius, der dafür vom Vorsitzenden, Hans-Dieter Witt (BfB) abgemahnt wurde. Jens Ewald von der Grünen-Fraktion erinnerte an den Wahlkampf. Damals sei das Thema eines der wichtigsten gewesen. Die Menschen hätten immer wieder gefordert, alles zu tun, um das Gebäude zu erhalten. Staack sagte dazu gegenüber unserer Zeitung, dass die Unterzeichneten darum gebeten hätten, das Mögliche herauszuholen. Und das habe man getan.
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