Blühflächen für Biene und Co.

Auch auf der Spiel- und Freizeitfläche an der Struckschen Koppel wurden, wie auf den Blühflächen am Aalkamp, an jungen Bäumen Wassersäcke zur kontinuierlichen Versorgung der Wurzeln mit Wasser befestigt.
Auch auf der Spiel- und Freizeitfläche an der Struckschen Koppel wurden, wie auf den Blühflächen am Aalkamp, an jungen Bäumen Wassersäcke zur kontinuierlichen Versorgung der Wurzeln mit Wasser befestigt.

Städtisches Engagement schafft im Ortsbild mit Blumen und Stauden Lebensräume für Insekten und Vögel

shz.de von
27. Juli 2018, 16:05 Uhr

Politik und Verwaltung ziehen an einem Strang in Sachen Umwelt- und Naturschutz und in dem Bestreben, in das Stadtbild Natur zurückkehren zu lassen. Durch das Anlegen blühender Straßenränder und Wegraine werden Insekten Lebensräume geboten, Anlieger erfreut und zum Nachahmen einer naturnahen Gartengestaltung animiert. So sind im Gewerbegebiet Oha Ausgleichsflächen als Blühwiesen angelegt worden und erhielt die Grünfläche am Kreisel der Ahrenloher Straße eine Bepflanzung, auf der sich nun Bienen und Schmetterlinge tummeln. Auch an der Norderstraße und im Wohngebiet Tornesch am See sind in Nachbarschaft zur Wohnbebauung am Straßenrand blühende Oasen geschaffen worden.

Auch wenn das trockene Frühjahr das Wachstum der ausgesäten Pflanzen erschwerte und die aktuelle Trockenheit die Pracht beeinträchtigt, so summt und blüht es doch, wie beispielsweise am Straßenrand des Aalkamps. Dort wurde im Frühjahr vom Bauhof auf einer Fläche von insgesamt 800 Quadratmetern Straßenbegleitgrün unter dem Aspekt der Bienenfreundlichkeit angelegt. Unter der Regie des stellvertretenden Bauhofleiters Marcel Möller, der als Gärtnermeister im Bauhof den Gartenbaubereich leitet, wurden auf den Beeten zwischen den Parkflächen Samen verschiedener mehrjähriger Blumensorten in die Erde gebracht und Stauden angepflanzt. „Beachtet haben wir eine pflegeleichte und nachhaltige Gestaltung mit dem Ziel, bis in den Herbst hinein Blüten zu haben“, erläutert Möller.

Aufgrund der Trockenheit und trotz des regelmäßigen Wässerns durch die Bauhofmitarbeiter blühen im ausgesäten Bereich derzeit allerdings nur Kornblumen und einige andere Korbblütler sowie die Wildmalve. Auf Düngung sei bewusst verzichtet worden, sagt Möller. Auf den Blüten der gut gewachsenen Stauden fühlen sich allerdings Bienen und Schmetterlinge wohl, finden Nahrung und Schutz. So hat sich bereits das Eisenkraut, das Trockenperioden gut aushält, bewährt, trotzt der Dauerblüher Storchenschnabel der Sonne und summt es auf den Blüten des Sonnenhuts. Auch die Fette Henne „Herbstfreude“ hat sich gut entwickelt. Angepflanzt wurden in jeder Blühinsel auch Ebereschen Dodong. Die elf Bäume hatten ihre Blüte von Mai bis Juni. Die sich entwickelnden Früchte dienen Amseln, Drosseln und Staren als Nahrung und im Herbst dürfen sich die Anlieger des Aalkamps auf eine auffällige rote Färbung der Blätter freuen.

An den Mehlbeerbäumen wurden, so wie auch an anderen jungen Bäumen auf städtischem Grund, Wassersäcke angebracht. „Wir befüllen die Säcke, über die langsam Wasser an die Baumwurzeln abgegeben wird, täglich“, berichtet Möller. Er nahm gemeinsam mit Bürgermeisterin Sabine Kählert einige Blühflächen der Stadt in Augenschein. „Auch wenn die Trockenheit Wachstum und Blüte beeinträchtigt, haben wir einen Beitrag für den Natur- und Bienenschutz auf den Weg gebracht“, freut sich der angehende Hobbyimker Möller über das Bienen- und Insektentreiben auf den städtischen Blühflächen. Im Haushalt der Stadt sind in diesem Jahr 10 000 Euro für die Bewirtschaftung der Blühflächen verankert. „Die von uns angelegten Blühflächen sind pflegeleicht und nicht kostenintensiv“, betont Gärtnermeister Möller.


Auch Bürger setzen den Umweltgedanken um

Er und Bürgermeisterin Kählert entdeckten bei ihrem Rundgang auch Gärten von Anliegern, die den Umweltgedanken der städtischen Blühwiesen bei ihrer Gartengestaltung aufgegriffen haben und damit das Anliegen der Stadt, eine bienenfreundliche Kommune zu sein, unterstützen.

„Wir wären auch sehr dankbar, wenn Anlieger die Stadt beim Wässern der Blühflächen unterstützen. Der Bauhof ist täglich unterwegs, kann aber nicht täglich alle Blühflächen betreuen“, bittet die Bürgermeisterin um Mithilfe der Bürger. Die Feuerwehr Tornesch ist bereits mit im Boot. Seit gestern unterstützten Feuerwehrleute ehrenamtlich den Bauhof beim Wässern der städtischen Bäume.

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