Bitteres Ende statt Belohnung

Bitterer Tiefschlag: Kiels Alexander Mühling (2.v.l.) trifft per Kopf ins eigene Netz.
Bitterer Tiefschlag: Kiels Alexander Mühling (2.v.l.) trifft per Kopf ins eigene Netz.

2. Bundesliga: Holstein Kiel verliert das Topspiel bei Greuther Fürth durch ein Eigentor mit 1:2 und verpasst den Sprung an die Spitze

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22. Februar 2021, 13:51 Uhr

Fürth | Das war ein bitteres Ende: Holstein Kiel hat gestern Abend durch ein Eigentor kurz vor Schluss das Topspiel der 2. Fußball-Bundesliga bei Greuther Fürth mit 1:2 (1:1) verloren und den Sprung an die Spitze verpasst. Stattdessen tummelt sich nun ein punktgleiches Quartett in der obersten Tabellenregion. Ganz oben bleibt der Hamburger SV, Kiel ist nun Vierter.

Bei den Gastgebern musste Trainer Stefan Leitl nicht nur auf die gesperrten Sebastian Ernst und Paul Seguin verzichten, sondern kurzfristig mit Julian Green auch noch auf einen dritten Stammspieler im Mittelfeld. Der 25-Jährige war positiv auf das Coronavirus getestet worden und fiel daher aus. Bei Holstein waren unter anderem Janni Serra (verletzt) und Fin Bartels (gesperrt) nicht mit von der Partie beim Team von Coach Ole Werner.

Das Fehlen des Offensivduos machte sich zunächst nicht bemerkbar, denn den Kielern gelang ein Blitzstart nach Maß. Schon der zweite vielversprechende Angriff über die linke Außenbahn führte zum Erfolg. Niklas Hauptmann schickte Fabian Reese, dessen flache Hereingabe Joshua Mees durch die Beine von Maximilian Bauer ins lange Eck bugsierte (4.). Holstein war hellwach und agierte selbstbewusst, doch den Gastgebern genügte ein brillanter Moment, um zurückzukommen. David Raum flankte, Havard Nielsen schraubte sich in die Höhe und zirkelte den Ball per Kopf aus 13 Metern zum 1:1 ins Netz (27.). Davor und danach hatten die Kieler das Sagen, den zahlreichen Abschlüssen fehlte allerdings genau die Präzision, die Nielsen bei seinem Bilderbuch-Kopfball gezeigt hatte. Hauptmann scheiterte mit zu zentralem Schuss an Sascha Burchert (12.), der regelrecht schießwütige Ex-Fürther Reese traf entweder den Kleeblatt-Keeper (24./ 30./31.) oder verzog knapp (33.). Den Schuss des in die Startelf zurückgekehrten Alexander Mühling fälschte Nielsen zur Ecke ab (25.), Jaesung Lee verfehlte sowohl per Kopf (34.) als auch per Hacke (42.) das Tor. Und so verpassten es die Werner-Schützlinge, sich für hohen Aufwand und viel Spielwitz zu belohnen.

Auch nach der Pause legten die Kieler gleich wieder mit viel Tempo los, übten mit aggressivem Pressing Dauerdruck auf die Gastgeber aus und zwangen sie immer wieder zu Fehlern im Aufbau. Das Geschehen spielte sich fast ausschließlich in der Hälfte der Fürther ab. Auf der Gegenseite tauchte Dickson Abiama durchaus gefährlich vor Torwart Ioannis Gelios auf (58.), doch Kiel hatte das Heft des Handelns in der Hand und weitere Chancen. Edeltechniker Lee vermochte eine Reese-Flanke jedoch nicht sauber auf das Tor zu bringen (63.). Konsequent im Abschluss zeigte sich dagegen Nielsen, der einen urplötzlichen Zauberpass von Branimir Hrgota zum vermeintlichen 2:1 nutzte, allerdings hatte Abiama in der Entstehung im Abseits gestanden und das Highlight damit wertlos gemacht (67.). Doch Fürth witterte nun Morgenluft, gestaltete das Spiel gegen müder werdende Kieler ausgeglichener und machte Druck. Großchancen gab es zwar kaum, doch dann kam der bittere Tiefschlag. Eine Ecke von David Raum wuchtete Mühling bedrängt von Bauer ins eigene Netz (83.) – davon erholten sich die „Störche“ nicht mehr.

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