Telefonische Erotikdienste : Betrüger zocken mit Sex-Rechnungen ab

Betrogene zahlen aus Scham. Verbraucherschützer raten: Nicht einschüchtern lassen.

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13. August 2018, 20:39 Uhr

Das schmutzige Geschäft mit der Scham: Derzeit flattern Schleswig-Holsteinern dubiose Rechnungen ins Haus. Als Absender sind Firmennamen wie Berida, Ezona, LML, Ribax, Timax, Onax, Tevac oder Lavaro angegeben. Ihre Forderungen sind pikant. Gezahlt werden soll das Geld für angeblich in Anspruch genommene, telefonische Erotikdienste.

Vivien Rehder von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein erklärt die Masche der Betrüger. „Die Verbraucher erhalten einen kurzen Anruf von einer unauffälligen Festnetznummer, zum Beispiel mit Hamburger Vorwahl. Sie rufen zurück und nutzen dafür ihr Handy – damit haben die Betrüger schon mal eine Handynummer“, so Rehder. Später würde dann ein Anruf aufs Handy folgen, angeblich, weil ein Paket oder ein Bußgeldbescheid nicht zugestellt werden konnte. Die Angerufenen würden dann oft ahnungslos ihre Adresse bestätigen und so den Datensatz der Betrüger vervollständigen. Kurze Zeit später bekommen sie Post. Allerdings erhalten sie kein Paket oder einen Bußgeldbescheid, sondern eine Rechnung für den „Service für Erwachsene“, Telefonerotik oder Erwachsenenunterhaltung, erklärt Rehder.

Die Betroffenen sollen das Geld, meist rund 90 Euro, nach Tschechien überweisen oder per Post an ein dortiges Postfach schicken. Die Masche gibt es seit Jahren. Neu ist: Einige Betroffene erhalten die Rechnung zunächst per SMS und erst im Anschluss per Post. „Betroffene sollten sich nicht einschüchtern lassen und den geforderten Betrag auf keinen Fall zahlen“, sagt Rehder. „Die Betrüger spielen mit der Scham der Betroffenen und spekulieren darauf, dass diese lieber zahlen, als Rat einzuholen. Wenn man keine Dienste genutzt hat, muss man auch nichts bezahlen“, so die Verbraucherschützerin und rät zudem, eine Anzeige bei der Polizei zu stellen.

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