zur Navigation springen

Bauernverband wehrt sich gegen Rentenregel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2014 | 15:29 Uhr

„Das soll alles so bleiben wie es ist.“ Der Sprecher des Bauernverbands Schleswig-Holstein, Klaus Dahmke, ist nicht gut auf die Pläne der Landesregierung zu sprechen, die die Hofabgabeklausel ändern will. Wie auch andere Bundesländer hat die Küstenkoalition beschlossen, eine Bundesratsinitiative zu starten, die es den Bauern ermöglicht, mit Erreichen des 65. Lebensjahrs Rente zu beziehen, auch wenn sie dann noch keinen Pächter oder Nachfolger für ihren Hof gefunden haben. Denn laut Hofabgabeklausel von 1957 ist das bislang nötig. „In den 50er und 60er Jahren war die Hofabgabeklausel durchaus sinnvoll, um die innerfamiliäre Hofübergabe zu unterstützen“, sagt der grüne Landtagsabgeordnete Bernd Voß. Heute sei das überholt, weil Bauern, die keinen Nachfolger finden, auf die von ihnen eingezahlte Rente warten und zum Weiterarbeiten gezwungen seien. Deshalb führe „die Regelung zu unnötigen sozialen Härten für einige Betriebe, vor allem kleine Betriebe ohne Hofnachfolger, die nur über geringes Einkommen im Alter verfügen“, so Voß.

Das sieht Dahmke anders. „Altersarmut ist bei unseren Landwirten kein Problem.“ Die Regel sei nach wie vor sinnvoll. Eine frühzeitige Abgabe der Betriebe an die nachfolgende Generation sei eine elementare Voraussetzung für den Erhalt leistungsfähiger bäuerlicher Familienbetriebe. „Der Generationswechsel sorgt erfahrungsgemäß für einen Investitions- und Innovationsschub auf den Höfen.“ Dadurch werde erreicht, dass diese technisch und ökonomisch gut aufgestellt sind, so Dahmke, der damit einen Beschluss der gestrigen Klausurtagung des Landesbauernverbandes untermauert.

„Es gibt viele Landwirte, die das anders sehen“, sagt hingegen Bernd Voß und verweist auf eine Umfrage des Bundeslandwirtschaftsministeriums von 2012, nach der 69 Prozent der bäuerlichen Betriebsleiter angeben, keine oder eine ungewisse Hofnachfolge zu haben. Eine Vergreisung der Betriebsleiter werde deshalb auch durch die Hofabgabeklausel nicht verhindert, die die Bundesregierung beibehalten will.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert