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Bauern wollen mehr für sich werben dürfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 18:02 Uhr

Die Bauern fordern mehr Möglichkeiten, mit Schildern am Straßenrand auf ihre Direktvermarktung hinzuweisen. Der Verbraucher frage Produkte ab Hof immer stärker nach, und die Landesregierung habe im Koalitionsvertrag bekundet, die Direktvermarktung zu unterstützen, sagt Ulrich Goullon, zuständiger Referent beim Bauernverband. Er wirft Verkehrsminister Reinhard Meyer vor, dem jedoch nicht Rechnung zu tragen.

Der Bauernverband wünscht sich, dass der SPD-Politiker noch rechtzeitig zur diesjährigen Saison einen 20 Jahre alten Erlass lockert. Danach dürfen Schilder nur im Umkreis von 500 Metern rund um eine Anbaustätte für einen Direktverkauf werben – und auch nur, wenn die Behörden darin je nach örtlicher Gegebenheit keine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit sehen. „Diese geringe Entfernung reicht nicht mehr aus, viele Betriebe sind ausgesiedelt worden“, sagt Goullon. Er beklagt eine Ungleichbehandlung mit touristischen Hinweisschildern. Die sind in einem Umkreis von drei Kilometern erlaubt. Goullon schätzt die Zahl der landwirtschaftlichen Direktvermarkter im Land auf 800 bis 1000. „Für sie alle steht und fällt der Erfolg damit, dass sie Vorbeifahrende auf ihre Angebote aufmerksam machen können.“ Seit über einem Jahr weise der Verband das Verkehrsministerium erfolglos auf das Thema hin. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBVSH) ziehe bei seiner Genehmigungspraxis neuerdings sogar die Zügel an. Verkehrsstaatssekretär Frank Nägele (SPD) äußert zwar Verständnis für die Landwirte. Eine generelle Lockerung des Erlasses drohe jedoch die Aufmerksamkeit der Autofahrer einzuschränken und damit die Verkehrssicherheit zu gefährden. Nägele sieht eine durchaus unbürokratische Handhabe der Regeln durch den Landesbetrieb Straßenbau. Beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern hingegen gebe es nicht einmal im 500-Meter-Radius Genehmigungen.

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