Flensburg : Ausstellung Phänomenta: Die Physik der Seifenblase

Wolfgang Muth zeigt, wie Seifenblasen Geometrie anschaulich macht.  Fotos: Michael Staudt
Wolfgang Muth zeigt, wie Seifenblasen Geometrie anschaulich macht. Fotos: Michael Staudt

Mit einer neuen Ausstellung lockt die Phänomenta Besucher mit der bewährten Verbindung von Spiel, Spaß und Wissenschaft.

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02. Juli 2020, 19:17 Uhr

Flensburg | „Es läuft gut“, sagt Achim Englert, Geschäftsführer der Phänomenta, vier Wochen nachdem das Science Center wiedereröffnet wurde. Rund 1100 Besucher kamen schon wieder in dieser Zeit, alle halten sich an die Hygieneregeln und lassen sich von der Maskenpflicht nicht vom Experimentieren abhalten.

 

„Das System interaktives Spiel funktioniert auch in Corona-Zeiten“, konstatiert Englert. Er könnte auch klagen, denn 1100 Besucher in einem Monat wären in einem anderen Jahr zu wenig. Normalerweise liegt der Schnitt bei über 5000 im Monat. Doch zuletzt fehlten die Schulklassen und Gruppen. Erste, vorsichtige Anfragen kommen aber schon wieder.

Vergangenen Monate waren für das Team nicht leicht

Auch wenn die vergangenen Monate ganz unter dem Zeichen von Corona standen und die Mitarbeiter sich mit den Themen Kurzarbeit, Hygieneverordnungen und Mehrwertssteuersenkung auseinandersetzen mussten, richten sie den Blick nach vorn.

Das Team steht zusammen. Wir brauchen aber auch Unterstützung. Für die Zukunft wollen wir uns personell und konzeptionell weiterentwickeln. Achim Englert, Geschäftsführer der Phänomenta
 

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Institutionen wie die Phänomenta aktiv um Gäste werben. So wurde gestern nun auch offiziell die neue Seifenblasen-Ausstellung eröffnet, die bereits seit einer Woche die Besucher zu zauberhaftem Experimentieren lockt.

Wundersamme Seifenblasen

Ermöglicht wurde sie durch ein Zusammenspiel von guten Verbindungen und finanzieller Unterstützung. Die Stiftung der Nord-Ostsee Sparkasse finanzierte den Ausstellungskauf. Der Nospa-Vorstandsvorsitzende Thomas Menke freut sich, dass hier weiterhin in den Standort investiert wird.

Am Anfang habe er sich zwar gefragt, warum man 5000 Euro für Seifenblasen brauche, wo es die in der Drogerie doch für 50 Cent zu kaufen gebe. Doch er ließ sich aufklären, dass es hier um schillernde Riesen geht, die von besonderem Erkenntniswert sind.

Viele zu entdecken für die Besucher

„Man braucht viel Erfahrung und Material, um das Thema Flächenspannung so lehrreich darzustellen“, sagte Menke gestern. Und tatsächlich sind die 5000 Euro ein Schnäppchenpreis, da die Phänomenta hier eine gebrauchte Wanderausstellung von der Kappelner Firma Euro Science übernehmen konnte.

Dabei macht man nicht unbedingt die größten Blasen mit den größten Ringen. Wolfgang Muth, Ausstellungsleiter
 

Ausstellungsleiter Wolfgang Muth erläuterte die Stationen. An zwei Becken mit großen Ringen können die Besucher riesige Seifenblasen in die Luft bringen. Entscheidend sei die Menge an Seifenwasser im Ring und der Wind, der weht oder den die Besucher selbst machen, indem sie die Ringe durch die Luft schwingen.

Zarte Gebilde

Die zarten Gebilde leben nur einen Moment, besonders wenn das Wetter trocken und sonnig ist, und fordern somit volle Aufmerksamkeit. An der nächsten Station erfahren die Besucher sogar die Metamorphosen geometrischer Figuren, wenn sich die Seifengebilde in metallenen Pyramiden- und Würfelgittern symmetrisch zusammenfalten.

An einer weiteren zeigt Wolfgang Muth, wie die Seifenlauge zwischen mehreren Stäben Dachkonstruktionen plastisch erscheinen lässt. „Es gibt sogar ein Stadion, das auf dieser Basis gebaut wurde. Kein Computer kann das so schnell nachbilden“, erklärt der Ausstellungsleiter die Verbindung von ästhetischer und wissenschaftlicher Faszination, die diese Ausstellung knüpft.

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