Auftakt in die Museumssaison

Ortschronistin Annette Schlapkohl (rechts) setzte sich ans Spinnrad von Erika Dahlmann. Unter deren fachkundiger Anleitung gelang ihr das Spinnen eines Schafwoll-Fadens. Im Hintergrund arbeitet Maren Röttgers an ihrem Webstuhl.
Ortschronistin Annette Schlapkohl (rechts) setzte sich ans Spinnrad von Erika Dahlmann. Unter deren fachkundiger Anleitung gelang ihr das Spinnen eines Schafwoll-Fadens. Im Hintergrund arbeitet Maren Röttgers an ihrem Webstuhl.

Mölln-Hof: Besucher begeistert von volkskundlicher Sammlung und historischer Handarbeit

shz.de von
11. Mai 2018, 16:05 Uhr

Der erste Öffnungssonntag des volkskundlichen Museums der Kulturgemeinschaft auf dem Mölln-Hof wurde zu einem gelungenen Auftakt in die Museumssaison 2018. Zahlreiche Interessierte nutzten das sonnige Wetter für einen Spaziergang oder Radausflug zum Museum oder verbanden ihren Weg ins Wahllokal zur Kommunal- und Bürgermeisterwahl in Tornesch mit einem Abstecher auf den Mölln-Hof. Dort hatten Mitglieder des Arbeitskreises Volkskundliche Sammlung/Museum der Kulturgemeinschaft die Türen des Museums von 11 bis 17 Uhr geöffnet und in den Mittelpunkt der Informationen rund um historische Landwirtschaft, Handwerk und Hauswirtschaft das Weben und Fadenspinnen gestellt.

Einblicke in diese alten Techniken der Herstellung von Fasern und textiler Flächengebilde gaben zwei Fachfrauen. Erika Dahlmann aus Elmshorn hatte ein Spinnrad mitgebracht und ließ sich beim Spinnen von Fäden aus Schafwolle über die Schulter schauen. Geduldig gab sie Interessenten, die sich an das 50 Jahre alte Spinnrad setzen und selbst einmal diese Technik ausprobieren wollten, Tipps und Hilfestellung beim Einlegen der Spule und Führen des Fadens. Strümpfe und Handschuhe, die sie aus der gesponnenen Schafwolle strickt, bot die 79-Jährige Hobbyhandarbeiterin zum Kauf an.


Ein Kinderwebstuhl erfreut den Nachwuchs

Auch der Hobby-Handweberin Maren Röttgers aus Seester schauten die Museumsbesucher gern zu und bestaunten ihre selbst gewebten Handtücher und Decken. Die 59-Jährige arbeitete an einem transportablen Webstuhl und hatte auch zwei Kinderwebstühle mitgebracht, an denen die jüngsten Besucher ihr Geschick beim Verkreuzen des Kett- und Schussfadens unter Beweis stellen konnten. Der achtjährige Robin Leon hatte binnen kurzer Zeit einen kleinen Teppich gewebt.

Webstuhl und Spinnrad waren bei dem guten Wetter unter dem Vordach des Museums aufgestellt worden. Auch Tische und Bänke zum Verweilen bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen standen auf der frisch gepflasterten Fläche. Durch die von den Arbeitskreismitgliedern ausgeführte Pflasterung ist ein ebener und sauberer Untergrund unter dem Vordach entstanden, der die Nutzung der Fläche zum Verweilen oder Aufstellen von Exponaten nun auch bei Regen möglich macht. Die Rechteckpflaster und Verbundsteine mussten nicht gekauft werden, ein Mitglied der Kulturgemeinschaft stellte sie nach der Umgestaltung seines Gartens kostenfrei zur Verfügung. „Nun werden wir die Hoffläche noch angleichen und das dort vorhandene Kopfsteinpflaster neu verlegen“, kündigt Arbeitskreisleiter Holger Pott an.

Jeden Dienstagabend treffen sich Mitglieder des Arbeitskreises Volkskundliche Sammlung/Museum, um kulturhistorische Gegenstände aufzuarbeiten, die Themenbereiche des Museums zu vervollständigen oder das Außengelände zu optimieren. So wird in den nächsten Wochen auch das historische Sägegatter seinen endgültigen Standort einnehmen und der bisherige Unterstand des Sägegatters saniert.

Am Sonntag, 3. Juni, hat das Museum auf dem Mölln-Hof wieder von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Dann laden die Ehrenamtlichen der Kulturgemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem JottZett zu einem Kinderfest ein. Geboten wird ein Mix aus Spielen und Aktivitäten vergangener Zeiten und der Gegenwart.


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