Revensdorf : Auf Achse für den guten Zweck

Klingeln demnächst an der Haustür: (v.li.) Hannes Gertz, Pauli Gertz, Lasse und Tiara Hein, Sebastian Voß und Leon Pascal Rademacher.
Klingeln demnächst an der Haustür: (v.li.) Hannes Gertz, Pauli Gertz, Lasse und Tiara Hein, Sebastian Voß und Leon Pascal Rademacher.

Sie geht wieder los, die Sammelaktion des Jugendrings. Und die 20 Mädchen und Jungs der Revensdorfer Jugendfeuerwehr machen mit.

shz.de von
02. Juni 2018, 18:36 Uhr

„Wir beißen nicht“ – diese Botschaft schicken Lasse, Tiara, Hannes, Pauli, Leon Pascal und Sebastian schon mal voraus an alle Revensdorfer, Lindauer, Großkönigsförder, Neu-Revensdorfer, Ruckforder und Neuwittenbeker. Denn in den kommenden drei Wochen gehen die 10- bis 14-Jährigen der Jugendfeuerwehr Revensdorf wieder von Haustür zu Haustür, um Spenden zu sammeln.

Zum dritten Mal engagieren sich die 20 Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr im Rahmen der vom Landesjugendring initiierten Sammlung. „Die Aktion Jugend sammelt für Jugend findet in diesem Jahr zum 39. Mal statt“, erklärt Jugendwart Markus Gertz. „Die Jugendfeuerwehr Revensdorf gibt es seit drei Jahren, seitdem sind wir dabei.“ Sportvereine, Feuerwehren, Pfadfinder und andere Gruppen von und mit Kindern sind bei der Jugendsammlung gefragt. Die Beteiligung sei aber in den vergangenen Jahren zurückgegangen, sagt Gertz. Für die Revensdorfer sei aber immer klar gewesen: „Wir machen weiter.“

Die Geschwister Tiara und Lasse Hein sammeln in diesem Jahr schon zum dritten Mal mit. „Wir haben in den letzten Jahren sehr nette Erfahrungen gesammelt“, erinnert sich Tiara. „Die meisten Leute sind sehr nett, wenn wir bei ihnen klingeln“. Auch Lasse freut sich schon auf die Haustür-Sammlung, denn: „Ab und zu haben wir neben der Spende auch Schokolade bekommen, oder Käsekuchen, oder Bonschers“, zählt der 14-Jährige mit breitem Lächeln auf. Aber nicht alle Menschen standen den Jungen und Mädchen mit den Sammeldosen offen gegenüber. „Ein paar Leute haben uns von ihrem Grundstück geschickt“, sagt Lasse, „und gedroht, die Polizei zu rufen“.

Bei der Jugendsammlung sind im vergangenen Jahr insgesamt 32 000 Euro zusammengekommen, darum ist das erklärte Ziel für 2018: 33 000 Euro. 1000 Euro hatte allein die Jugendfeuerwehr in Revensdorf gesammelt. „Die Kinder sind bei Wind und Wetter rausgegangen, um an den Türen zu klingeln“, sagt Gertz. „Mehrmals hat es so stark geregnet, dass sie nass bis auf die Haut waren, aber sie sind trotzdem losmarschiert.“

In Gruppen von drei bis fünf Kindern – immerhin machen auch die Kleinsten der Jugendfeuerwehr mit – erbeten die Kinder und Jugendlichen der Revensdorfer Feuerwehr in den kommenden Wochen eine Spende für die Jugendsammlung. „Die Kinder haben einen Sammelausweis vom Landesjugendring dabei, den sie auch gern vorzeigen“, erklärt Markus Gertz, um mögliche Bedenken aus dem Weg zu räumen. „Und eine Spendenquittung gibt es natürlich auch bei Bedarf.“

Den höchsten Spendenbetrag hat er in Großkönigsförde 2017 erhalten, weiß Lasse noch genau: „Das waren 50 Euro“. Bei Tiara waren es 35 Euro. „Manche Leute warten sogar schon auf uns“, sagt die Elfjährige. „Andere bitten darum, dass wir später wiederkommen, weil sie gerade kein Geld zu Hause haben. Das machen wir dann auch.“

40 Prozent der Spenden gehen an den Kreisjugendring Rendsburg-Eckernförde und somit an Projekte zur Jugendförderung. Die restlichen 60 Prozent bleiben bei der Jugendfeuerwehr in Revensdorf. Wenn sie gefragt werden, geben die jungen Spendensammler auch bereitwillig Auskunft über den Einsatz des Geldes. „Im letzten Jahr haben wir uns einen Defibrillator gekauft“, weiß Tiara. Und mit dem Geld, das in diesem Jahr gespendet wird? „Davon könnten wir uns zum Beispiel ein zweites Zelt kaufen für Zeltlager oder wenn wir am Wochenende Ausflüge machen“, sagt Lasse.

Wenn Tiara, Lasse und Co. also in den nächsten Tagen an der Tür klingeln – immer dran denken: Sie beißen nicht, sie wollen nur sammeln.

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