Am 1. Juli 2019 soll die Kita stehen

Hoffen auf zügige Arbeiten: Die Vertreter der Stadt Tornesch und von der Awo, die Planer und die Bauunternehmer.
Hoffen auf zügige Arbeiten: Die Vertreter der Stadt Tornesch und von der Awo, die Planer und die Bauunternehmer.

Der Zeitplan für den Bau des „Seepferdchens“ ist knapp bemessen / Boomende Bauwirtschaft könnte für Kostensteigerungen sorgen

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06. Juni 2018, 16:05 Uhr

Die Freude bei allen Beteiligten war groß. Endlich ist er da, der Spatenstich, endlich können die Arbeiten zum Bau der Kita Seepferdchen beginnen, so der einhellige Tenor. Und doch war vielen Anwesenden anzumerken, dass die kommenden Monate aus jeder Menge Daumendrücken, Hoffen und Bangen bestehen dürften. Denn nach dem symbolischen Spatenstich am Montagnachmittag herrscht zunächst wieder Ruhe auf dem Gelände am Kleinen Moorweg, die Erdarbeiten beginnen erst im Juli. Zudem ist der Zeitplan, der eine Fertigstellung der Kita bis zum 1. Juli 2019 vorsieht, äußerst knapp bemessen. Unklar ist auch, ob die bislang eingeplanten 3,6 Millionen Euro ausreichen.

„Es war ein langer, holpriger Weg“, sagte Bürgermeister Roland Krügel (CDU). Es sei wichtig, für Eltern, Kinder und die Awo als Kita-Träger ein Zeichen zu setzen. „Nun müssen wir gucken, ob wir die Zeit wieder reinholen können“, so Krügel. Seine Nachfolgerin Sabine Kählert (parteilos) sagte: „Ich freue mich, dass es endlich losgeht und wünsche mir, dass die Arbeiten zügig voranschreiten.“

Rückblick: Im März 2016 gab die Politik grünes Licht für den Bau der Kita Seepferdchen. Damals ging man davon aus, den Betrieb im August 2017 aufnehmen zu können. Weit gefehlt. Verzögerungen beim Kreis Pinneberg, die falsche Annahme, die Kita Merlinweg Eins-zu-Eins nachbauen zu können, und Unstimmigkeiten mit dem Architekten spielten eine Rolle. Nachdem die Tornescher Verwaltung im vergangenen Sommer mit dem Diplom-Ingenieur Holger Reißweck bereits einen Projektbegleiter engagiert hatte, sicherte sie sich zudem die Dienste des Hamburger Büros „Paloh Architekten“. Beide drückten aufs Tempo, Architekt Roland Paloh stellte im März im Sozialausschuss die überarbeiteten Pläne für die Kita vor und stieß durchweg auf Zustimmung.

Doch die Marktlage ist schwierig. Die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind voll. Und so brachte das − nach EU-Recht vorgeschriebene − öffentliche Ausschreibungsverfahren kein einziges Angebot. „Der Markt ist total ausgebucht“, so Paloh. Es folgte der Wechsel zum beschränkten Ausschreibungsverfahren. Dabei dürfen die Planer aktiv an Firmen herantreten. Zwei Angebote konnten so generiert werden. Doch der Baubeginn hatte sich abermals um vier Wochen verschoben.

Zwar könne jetzt mit den Erdarbeiten begonnen werden, so Paloh, doch das mache nur Sinn, wenn sich die Arbeiten zum Rohbau direkt anschließen würden. Dafür müssen aber zunächst noch die Angebote ausgewertet werden. Das soll laut Paloh in dieser Woche geschehen.

An einer Fertigstellung des „Seepferdchens“ zum 1. Juli 2019 halten die Beteiligten weiterhin fest. Und auch an den Kosten von rund 3,6 Millionen Euro. Dieser Summe hat die Politik zugestimmt. Mehr nicht. Jeder zusätzliche Euro müsste entsprechend von der Ratsversammlung abgesegnet werden. Zwar geben sich alle Beteiligten optimistisch, den Kostenrahmen einzuhalten, hinter vorgehaltener Hand heißt es jedoch: Versprechen, dass es klappt, könne man nicht. Krügel formulierte es am Montag so: „Wir werden den Kostenrahmen nicht unterschreiten können.“

Derweil stehen Kinder und Betreuer in den Startlöchern. Fünf Gruppen wird es in der Awo-Kita geben, 80 Kinder erhalten einen Platz. Viele von ihnen werden derzeit im Bonhoefferhaus betreut, wo seit mittlerweile drei Jahren eine Gruppe untergebracht ist. Entsprechend groß ist die Freude bei Katrin Elsner darüber, dass der Bau der neuen Kita beginnt. Elsner leitet die Awo-Kitas Lüttkamp und Merlinweg und wird auch Chefin des „Seepferdchens“ werden. Aufgrund der Verzögerungen bei Planung und Bau hatten sie und Gesa Kitschke, Leiterin der Kindertagesbetreuung bei der Awo Schleswig-Holstein, rund zwei Jahre Zeit, das Team für die neue Kita zusammenzustellen. Mittlerweile ist es komplett, warten die Erzieherinnen ungeduldig auf ihren Einsatz. „In Zeiten des Fachkräftemangels ist das etwas besonderes“, betont Kitschke.

Sollten Kinder und Betreuer die Kita tatsächlich im Sommer 2019 betreten können, werden sie dies übrigens in Socken oder barfuß tun. Denn das Konzept sieht eine schuhfreie Nutzung vor.

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