Altlasten im neuen Gewerbegebiet

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof  sagt: „Die Verwaltung ist gut aufgestellt.“
Bürgermeisterin Christiane Küchenhof sagt: „Die Verwaltung ist gut aufgestellt.“

Gutachten bringen schwierige Bodenverhältnisse zum Vorschein / Weitere Untersuchung in Auftrag gegeben

shz.de von
14. Juli 2018, 16:00 Uhr

„Wir haben alle Nicht-Urlauber zusammen gekratzt, damit diese Sitzung stattfinden kann“, sagte Mathias Schmitz von den Schenefelder Grünen. Als Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung eröffnete er die letzte Sitzung vor der Sommerpause, die gleichzeitig auch die erste in der neuen Besetzung nach der Kommunalwahl war.

Im Fokus der Sitzung des Gremiums am vergangenen Donnerstag stand das Gewerbegebiet-Süd , westlich des Osterbrooksweg und nördlich der Straße Hasselbinnen gelegen. Die Fläche umfasst etwa 40 000 Quadratmeter. Es beherbergte früher den Spar-Parkplatz. Ursprünglich wollten die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) das Gebiet bebauen – daraus wurde jedoch nichts, da sich die Seiten bezüglich der Konditionen nicht einig wurden.

Ein Gutachten der Bodenfläche haben die Verkehrsbetriebe bis zum Platzen des Deals jedoch bereits erstellen lassen – mit einem beunruhigenden Ergebnis: Im Boden befinden sich Altlasten. Und zwar solcher Art, dass eine Bebauung nicht ohne Weiteres vonstatten gehen könnte. „Es müssten auf jeden Fall Pfahlbohrungen vorgenommen werden“, schilderte Ulf Dallmann, Fachdienstleiter Planen und Umwelt. Man müsse sich das Gebiet als Nordsee vorstellen, in der eine neue Bohrplattform aufgestellt werden soll. „Die Pfähle für die neue Bebauung werden so weit in den Grund getrieben, bis sie auf tragfähigem Sand stehen. Alles, was sich darüber befindet ist quasi das Wasser der Nordsee“, führte Dallmann weiter aus. Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) mahnte, das Thema nicht zu schwarz zu sehen: „Wir haben im Zuge der Verhandlungen mit den VHH bereits grünes Licht vom Kreis Pinneberg bekommen. Eine Bebauung ist ab sofort möglich. Wir sollten nicht den Teufel an die Wand malen.“ Solange die Qualität des Bodens nicht verschlechtert werde, gebe es keine Probleme. „Der Kreis signalisierte, dass das Erdmaterial an der Stelle wieder verwendet werden dürfte“, so die Bürgermeisterin.

Was genau sich im Boden des möglichen neuen Gewerbegebiets befindet, wisse man noch nicht. „Wir haben ein weiteres Gutachten angefordert, das punktuellere Proben nimmt“, sagte Küchenhof. Im Zuge dessen werde auch geprüft, ob das Grundwasser beeinträchtigt ist. „Sobald wir das Gutachten erhalten haben, können wir planen“, so Dallmann.

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