Aktiver Verein für Kultur vor Ort

Der neue Vorstand von TO ALL: Kassenwartin Katja Rachow (von links), Beisitzerin Birgit Bartsch, der Vorsitzende Harald Scharffenstein, seine Stellvertreterin Christiane Vennemann und Beisitzer Martin Burmeister.
Der neue Vorstand von TO ALL: Kassenwartin Katja Rachow (von links), Beisitzerin Birgit Bartsch, der Vorsitzende Harald Scharffenstein, seine Stellvertreterin Christiane Vennemann und Beisitzer Martin Burmeister.

TO ALL-Ehrenamtler schaffen künstlerische Angebote und kämpfen sich durch Dschungel an Regelungen

shz.de von
14. Mai 2018, 16:05 Uhr

Der Verein TOrnescher ALLerlei (TO ALL) blickt auf facettenreiche kulturelle Veranstaltungen zurück, die er in 2017 auf die Beine gestellt hat. Auf der Jahreshauptversammlung wurde auch deutlich, welche Last die Ehrenamtlichen durch umfangreiche rechtliche Vorgaben tragen.

Kulturerlebnisse in der Stadt sind das Ziel der rund 15 Aktiven von TO ALL, die von weiteren 38 passiven Mitgliedern unterstützt werden. Im vergangenen Jahr lockte der Poetry Slam rund 100 Zuschauer ins POMM 91, am Kulturtag stellten 20 lokale Künstler ihre Werke im ganzen Stadtgebiet aus. „Man hatte das Gefühl, ganz Tornesch ist auf den Beinen“, schwärmte Vorsitzender Harald Scharffenstein. Im Sommer hatte der Verein wieder die Musikschule Krol mit ihrem Sommerkonzert zu Gast. Auch das Improvisationstheater „Luv & Lee“ und Gesangsabende mit den Künstlern von „Musica Portabile“ waren Erfolge, das meiste Publikum jedoch kam zum A-cappella-Ensemble „Collegium Gaudium“ aus Uetersen und zur traditionellen St. Patrick‘s Day-Fete. Bei der Veranstaltungsorganisation hatte der Verein in 2017 eine Pechserie: Mit einem Autor, dessen Lesung mangels Kartenverkaufs von TO ALL abgesetzt wurde, geriet der Verein in Honorarstreitigkeiten. Mehrere Künstler sagten kurzfristig ab, doch meistens gelang es, ein Ersatzprogramm aus dem Hut zu zaubern.

Wie Kassenwartin Katja Rachow ausführte, wurde in 2017 ein Plus von rund 1 500 Euro erwirtschaftet, denn der in 2017 verstorbene Vorsitzende Hanfried Kimstädt hatte vor seinem Tod um Spenden statt Blumen gebeten. Die Ausfallbürgschaft der Stadt Tornesch musste nicht in Anspruch genommen werden. Für jede Veranstaltung fallen allein 350 Euro an Fixkosten an, hinzukommen etwa 250 Euro für Werbung und die Künstlergagen. Diese Auslagen müssen durch den Verkauf von Eintrittskarten, Getränken und Snacks reingeholt werden.

Die Veranstaltungswerbung ist derzeit für TO ALL erschwert. Denn die über dem Tunnel aufgehängten Banner hat das Landesamt für Straßenverkehr untersagt. „Wir müssen künftig pro Veranstaltung und Banner einen Genehmigungsantrag beim Ordnungsamt stellen“, so Scharffenstein.

Auch die am 25. Mai in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bedeutet ein Mehr an Arbeit. „Die Umsetzung der Rechtslage ist völlig unklar, eine Übergangsregelung jedoch gibt es nicht“, monierte Kassenwartin Rachow. Änderungen auf der Website sind nötig, und die Kassenwartin befürchtet bei Fehlern horrende Strafzahlungen durch das professionelle Abmahnwesen. Die Beratung durch eine fachkundige Person wäre daher sehr willkommen. Die Wahl des Ersten Vorsitzenden musste TO ALL auf dieser Jahreshauptversammlung auf Anordnung des Amtsgerichts Pinneberg wiederholen. Denn da der Erste Vorsitzende allein vertretungsberechtigt war und dann verstarb, gab es niemanden, der legal zu einer Wahl hätte einladen dürfen. Die Wahl im vergangenen Jahr wurde daher für nichtig erklärt, der gewählte Vorsitzende Scharffenstein zum „Notvorstand“. In dieser Funktion konnte er jetzt eine wählende Versammlung zusammenrufen und wurde zum Vorsitzenden gekürt. Vorsichtshalber hat TO ALL seine Satzung nun so geändert, dass auch Stellvertreter und Kassenwart Vertretungsvollmacht haben.

Bei den turnusmäßig anstehenden Wahlen wurden die stellvertretende Vorsitzende Christiane Vennemann, Kassenwartin Katja Rachow und die Beisitzer Birgit Bartsch sowie Martin Burmeister in ihren Ämtern bestätigt. >

www.toall.de.


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