A 20: Minister Meyer hält Planungsfehler für „heilbar“

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21. März 2014, 12:06 Uhr

Zwei Jahre Stillstand beim Bau der A 20 – mindestens. Vor 2016 wird die Autobahn nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bei Bad Segeberg nicht weitergebaut. Davon geht Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) aus. Dennoch gibt sich Meyer zuversichtlich: Das Urteil beinhalte „klare Wegweiser zum Weiterbau“. Die vom Gericht festgestellten Planungsfehler seien heilbar. Selbst für die vorläufig gestoppte Vorzugsvariante Weede-Wittenborn bedeute das Urteil nicht das Aus, sagte Meyer gestern in Kiel.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte den Bau des Abschnitts Weede-Wittenborn Ende 2013 gestoppt. Der Schutz der 20 000 Fledermäuse, die jedes Jahr in den Kalkhöhlen in Bad Segeberg überwintern, sei nicht hinreichend beachtet worden, so die Richter. Das jetzt notwendige Monitoring kostet das Land mehrere Hunderttausend Euro.

Weil der Leipziger Richterspruch auch Auswirkungen auf die noch fünf offenen Planabschnitte der A 20 von Weede bis zur Elbe habe, sei der Zeitplan hier ebenfalls nicht mehr einzuhalten. Meyer rechnet hier mit einem Verzug der Planfeststellungen von einem Jahr.

Bestätigt habe das Gericht Linienbestimmungsverfahren für den strittigen Abschnitt. Darüber hinaus seien die Varianten einer Stadtdurchfahrt durch Bad Segeberg und die südliche sogenannte „Schwissellinie“ vom planenden Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr bei der Planung zu Recht verworfen worden.

Meyer zeigte sich zuversichtlich, dass der künftige Trassenverlauf des rund zehn Kilometer langen Segeberger Abschnitts am Ende so gewählt werden könne, dass auch die geplanten Anschlüsse an die angrenzenden A 20-Stücke ohne große Verschwenkungen möglich werden.

Auf die kritisierten Planungsfehler will das Ministerium reagieren. So soll eine Südvariante der A 20 näher untersucht werden. Dass die am Ende zum Zuge kommt, erwartet Meyer jedoch nicht. Fledermausexperten befassen sich derzeit damit, die vom Gericht geforderten Daten über Flugrouten und Jagdreviere zu beschaffen. Auch die möglichen Folgen für Haselmäuse und Amphibien würden untersucht. Zudem werde das Gespräch mit den klagenden Naturschutzverbänden gesucht. Ziel sei es, gemeinsam eine umweltverträgliche Lösung für die A 20 zu finden.

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