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80 Lampedusa-Flüchtlinge wollen Identität preisgeben

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Im Konflikt um die Lampedusa-Flüchtlinge in Hamburg hat sich die Gruppe der Afrikaner gespalten. Während sich Sprecher der Flüchtlinge noch am Vormittag erneut geweigert hatten, die Identität der Gruppe preiszugeben, erklärten sich einige der Männer am frühen Nachmittag genau dazu bereit. „Es geht um das Leben eines jeden einzelnen von uns. Da kann nur jeder seine eigene Entscheidung fällen“, hieß es in einer Erklärung der etwa 80 in der St.-Pauli-Kirche untergebrachten Flüchtlinge. Ausdrücklich begrüßten der Kirchengemeinderat und die Pastoren der Kirche das Angebot des Senats, die Flüchtlinge bis zum Abschluss regulärer Antragsverfahren für eine Aufenthaltserlaubnis nicht abzuschieben.Nun wollen die Männer sich mit ihren Anwälten besprechen und dann gegenüber der Ausländerbehörde ihre Namen, Herkunftsorte und individuellen Fluchtgeschichten angeben. Anschließen sollen sich Anträge auf Aufenthaltsrecht aus humanitären Gründen. Die Männer, die aus verschiedenen Ländern Afrikas stammen, waren nach eigener Darstellung als Wanderarbeiter in Libyen vom Bürgerkrieg überrascht worden und über das Mittelmeer auf die italienische Insel Lampedusa geflüchtet. Ausgerüstet mit italienischen Ausweispapieren und ein wenig Bargeld waren sie im vorigen Jahr nach Hamburg gekommen.

Das Einlenken der 80 Afrikaner überraschte Behörden und Öffentlichkeit gleichermaßen. Stunden zuvor hatten die bekannten Sprecher der Lampedusa-Gruppe und deren Unterstützer nochmals eine verbindliche Zusage des Senats für ein Bleiberecht zur Voraussetzung für die Identitätspreisgabe gemacht. Die Männer schlugen eine Kommission vor, in der Flüchtlinge, Behörden und Unterstützer nach einer Lösung des Konflikts suchen sollten. Im Zuge einer solchen Kommission sei dann auch die Nennung der Namen denkbar – allerdings nur, wenn der Senat eine Zusage gebe, dass die Gruppe als Ganzes in Deutschland bleiben dürfe. Die Antwort von Innensenator Michael Neumann kam postwendend – und unmissverständlich: „Rechtsstaatliche Grundsätze sind nicht verhandelbar.“

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erstellt am 30.Okt.2013 | 00:34 Uhr

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