12000 Euro für die Veit-Stiftung

Bürgermeister a.D. Roland Krügel überreichte die von ihm gesammelten Spendengelder an Kuratoriumsmitglied Sabine Kählert (Mitte) und Stiftungsverwalterin Bettina Fischer.
Bürgermeister a.D. Roland Krügel überreichte die von ihm gesammelten Spendengelder an Kuratoriumsmitglied Sabine Kählert (Mitte) und Stiftungsverwalterin Bettina Fischer.

Bürgermeister a.D. Roland Krügel sammelte Gelder für Tornescher Bürgerstiftung − sie soll nun bekannter gemacht werden

shz.de von
25. August 2018, 16:06 Uhr

Anstelle von Abschiedsgeschenken bat der vor kurzem aus dem Amt geschiedene Bürgermeister a.D. Roland Krügel um Spenden zugunsten der Veit-Stiftung. Die aus dem Nachlass des Tornescher Bürgers Gerhard Veit gegründete Stiftung unterstützt Projekte aus den Bereichen Jugend, Altenhilfe, Erziehung und Sport. Insgesamt 12 000 Euro übergab Krügel, der 32 Jahre lang Bürgermeister der Stadt Tornesch war, an die Veit-Stiftung. 11290,14 Euro stammen aus Zuwendungen anlässlich seiner Verabschiedung aus dem Amt. „Der krumme Betrag rührt daher, dass es auch Spenden aus den Partnerstädten in Polen und Dänemark gab“, erklärte Krügel, „Zloty und Kronen wurden dann in Euro umgerechnet.“ Aus eigener Tasche rundete der langjährige Rathauschef die Spenden auf.

Im Rathaus übergab Krügel das Geld an Bürgermeisterin Sabine Kählert, die Kraft ihres Amtes nun auch Mitglied im Kuratorium der Veit-Stiftung ist, und Bettina Fischer von der Bürgerstiftung Volksbank Pinneberg-Elmshorn, die die Stiftungsgelder treuhänderisch verwaltet. Zu zwei Dritteln mehrt Krügels Zuwendung das Stiftungsvermögen, ein Drittel kommt in den Topf, aus dem Projekte finanziert werden.

Jugend, Altenhilfe, Erziehung und Sport, das sind die Bereiche, dessen Förderung Gerhard Veit (Foto) testamentarisch verfügt hat. Als er im Mai 2010 im Alter von 88 Jahren verstarb, hinterließ er der Stadt ein Vermögen in Höhe von insgesamt 450 000 Euro, in Form seines Einfamilienhauses, Wertpapieren und Geld. „Eine Stiftung als Stadt selbst zu verwalten, ist schwierig“, erläuterte Krügel, „daher wurde der Auftrag an die Bürgerstiftung Volksbank übergeben.“ Diese Dachstiftung kümmert sich derzeit neben der Veit-Stiftung noch um weitere zehn Treuhandstiftungen.

Das Vermögen, das Veit der Stadt hinterließ, wird nicht angetastet. Lediglich die Erträge, die das Stiftungskapital erarbeitet, werden ausgeschüttet. „In den letzten Jahren waren das jährlich etwa 5500 Euro“, so Stiftungsberaterin Fischer. Mit diesen Geldern realisiert werden konnten unter anderem der Boule-Platz an der Pommernstraße, Taekwondo-Matten für den TuS Esingen oder ein Voltigierdreieck. Die Fahrtkosten der KGS-Schüler, die an der „World Robot Olympiad“ in Sotschi teilnahmen, wurden übernommen. Auch die elektronischen Schießstände des Schützenvereins Tornesch wurden bezuschusst. In diesem Jahr erhielten bereits der Neon Kunstdialog eine Förderung von rund 300 Euro und der Frauenfußball 1500 Euro für den Besuch eines Jugendtrainingslagers.

Über die Verwendung der Stiftungsgelder entscheidet das Kuratorium. Neben der Bürgermeisterin stellt jede der vier in der Ratsversammlung vertretenden Parteien ein Mitglied. „Die Stiftung ist losgelöst von der politischen Arbeit“, so Kählert, „gefördert werden nur nachhaltige Projekte.“ Über die niedrigen Zinsen, die auch die Ausschüttungssummen der Veit-Stiftung drücken, hat sie sich mit Stiftungsexpertin Fischer beraten. „Wir überlegen, lukrativere Anlageformen zu wählen“, so Kählert.
Ihr Vorgänger Krügel, der sich bei allen Spendern herzlich bedankt, wies darauf hin: „Anlässlich seines Jubiläums Spenden zugunsten der Veit-Stiftung sammeln, das kann eigentlich jeder machen. Das ist gut angelegtes Geld.“ Zustiftungen, die das Stiftungsvermögen erhöhen, sind ab 5000 Euro möglich, kleinere Beträge kommen den geförderten Projekten zugute.

Auch kann jeder, der sich mit Tornesch verbunden fühlt, die Stadt in seinem Testament bedenken. „Manche Menschen haben keine Familie, die sie beerben können“, erläuterte Kählert. Und Krügel ergänzte: „Wer kein Testament hat, dessen Erbe geht an das Land.“ Gerhard Veit hat sich durch seine Stiftung, die mit vollem Namen „Bürgerstiftung Stadt Tornesch in memoriam Gerhard Veit“ heißt, ein Stück weit unsterblich gemacht. Menschen, dessen Projekte dank seines Vermächtnisses gefördert werden, gedenken seiner.

Die Verwaltung möchte die Veit-Stiftung jetzt bekannter machen, eine Website ist in Planung. Für ein eigenes Logo sucht die Bürgermeisterin noch Ideen. Vorschläge nimmt das Büro der Bürgermeisterin per E-Mail an inga.ries@ tornesch.de entgegen.

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