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07. September 2013, 00:33 Uhr

KONTRA Das musste ja so kommen. Kaum wird irgendwo im öffentlichen Sektor gestreikt oder auch nur mit Arbeitskampf gedroht, wird die Privatisierungskeule herausgeholt. Private Unternehmen seien effektiver, schneller und günstiger als der Staat, wenn er seine Aufgaben selbst erledigt – so die Meinung der militantesten Streikgegner. Das gelte auch für den Kanal. Schließlich hätten Privatunternehmen ein größeres Interesse daran als der Staat, mit der Wasserstraße Geld zu verdienen.

Doch das ist ein Trugschluss. Die Ämter versuchen trotz widriger Umstände den Kanalbetrieb aufrecht zu erhalten. Und was die Privatisierung angeht: Viele Kommunen bedauern heute, dass sie ihre Wohnungsbaugesellschaften verscherbelt haben, sie kaufen ihre Netze zurück, vor der Privatisierung der Wasserversorgung haben immer mehr Bundesbürger Angst. Denn oft sind private Unternehmen eben nicht an langfristig angelegten Investitionen, sondern an kurzfristigem Gewinn interessiert. Nicht zuletzt das Personal würde darunter leiden.

Denn was wäre mit privaten Firmen denn wirklich besser? Die Angestellten würden vermutlich schlechter bezahlt, die Motivation würde sinken und die Gewerkschaften würden versuchen, die Privatisierung zu torpedieren – natürlich mit weiteren Streiks. Und damit wäre nun wirklich niemandem geholfen.

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