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Holzdorf/Kappeln : China setzt auf Milch aus der Region

vom

Die Schwansener Landwirte lieferten 51 Millionen Kilogramm Milch an die Cremilk. Das Unternehmen vergab letztmalig Goldstücke als Gütesiegel.

Holzdorf / Kappeln. Um fast 4 Cent je Kilogramm Milch sank im Vorjahr der Auszahlungspreis für die Mitglieder der Milcherzeugergemeinschaft Rieseby auf jetzt 31,63 Cent. Dies stellte ihr Vorsitzender Gerd Feige bei der Mitgliederversammlung fest. Wäre bereits im Vorjahr die neue Berechnungsgrundlage für den Milchpreis, den die Cremilk Kappeln den 62 Lieferanten zahlt, angewendet worden, dann wäre der Preis um rund 0,24 Cent je Kilogramm höher ausgefallen, so Feige. Die neue Berechnungsgrundlage gilt seit dem 1. Januar 2013 für fünf Jahre. "Ich denke, das macht deutlich, dass der neue Vertrag nicht schlecht ist", so der Vorsitzende.

Wohin der Milchpreis in diesem Jahr gehe, das könne er nicht sagen, das wäre "wie Lesen in der Glaskugel". So formulierte es Hans-Wilhelm Jacobsen, Prokurist der Cremilk, in Vertretung für den erkrankten Geschäftsführer Jens Ramsl. Er rechne mit einem Niveau wie im Vorjahr, wobei bereits die ersten beiden Monate des laufenden Jahres höher lagen. In seinem Bericht teilte Jacobsen den Milchlieferanten mit, dass im vergangenen Jahr 13.700 Tonnen Milchprodukte verkauft wurden. Dies waren rund 1500 Tonnen weniger als im Vorjahr, was darauf beruhe, dass die Cremilk deutlich weniger Vollmilchpulver herstellte, da der zu erzielende Preis zu gering war, so Jacobsen.

Deutlich besser entwickelten sich Herstellung und Verkauf von Säuglingsmilchnahrung. 2010 war man mit 53 Tonnen Produktion gestartet, 2011 waren es schon 150 und im Vorjahr 400 Tonnen. Das Ziel für 2013 liegt bei 1000 Tonnen, wobei für rund 70 Prozent der Menge bereits feste Verträge bestünden. "Der Export nach China zieht stark an", erläuterte Jacobsen. Seit 2005 gab es im Bereich der Babynahrung eine Produktionsbremse, die sich mehr und mehr lockere. Die Gesamtproduktion soll auf 14.500 Tonnen steigen.

Eingeschränkt wurde die Produktion im Vorjahr durch eine dreimonatige Umstrukturierungszeit, in der umfangreiche Modernisierungen stattfanden. Insgesamt wurden 2,5 Millionen Euro investiert, die gleiche Summe soll in diesem Jahr erneut fließen, um die Produktionstechnik zu verbessern und die Produktion qualitativ zu sichern, so Jacobsen. Der Umsatz lag 2012 bei 53,5 Millionen Euro gegenüber 56 Millionen Euro im Jahr 2011. Die 62 Lieferanten überstellten 51 Millionen Kilogramm Milch, die durchschnittliche Betriebsleistung stieg von 600 auf 625 Tonnen. Neu eingeführt wurde im Werk ein Energie-Management, um letztlich die Produktion zu sichern.

Die Qualität der Milch sei gut, wenngleich Boy Kuhrt, Milchberater der Cremilk, die Landwirte aufforderte, diese Qualität beständig, gemessen in Zellkeimen, zu verbessern. Und Dr. Monika Brand, Leiterin des Zentralen Milchlabors des Landeskontrollverbands Schleswig-Holstein, betonte: "Die Qualität der Milch wird maßgeblich durch die Gesundheit der Tiere gesteuert." Brand gab Tipps und Hinweise, wie vor allem Euterentzündungen der Tiere erfasst, behandelt und im besten Fall vermieden werden können. Hygiene beim Melken und Hygiene im Stall seien die Stellgrößen.

Arbeitsgruppen will die Gemeinschaft für die Themen "Herkunft und Einsatz von Futtermitteln" und "Medikamenteneinsatz" einrichten. Beide sollen aktuelle Aspekte aufgreifen, die auch bei den Milcherzeugern angesprochen werden müssten. Bereits jetzt stellten die Milchviehhalter unisono fest, dass sie sich auf die Auskünfte ihrer Futterlieferanten verlassen müssten. Hinsichtlich des Einsatzes von Medikamenten würde jeder Landwirt im Krankheitsfall eines Milchviehs einen Tierarzt einschalten und dann Medikamente verschrieben bekommen.

Letztmalig nahm die Cremilk-Geschäftsführung die Auszeichnung der Lieferanten vor, die im Vorjahr die geringsten Keimbelastungen in der Milch vorwiesen. Ab diesem Jahr werden die besten Lieferanten monatlich mit kleinen Geldprämie belohnt. Eine Auszeichnung werde es parallel dazu geben, nur eben keine Goldstücke mehr. In diesem Jahr hatte die Cremilk Gold im Wert von rund 4500 Euro besorgt: Top-Werte lieferte Hans Klaus Holst, es folgen Jens Eriksen, Jürgen-Georg Marxen, Frank Paulsen, Andreas Hobus, Jürgen Toedt, Dörthe Stahn, Andreas Thiessen, Tim und Günther Velkers und Klaus Willi Iversen.

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erstellt am 14.Mär.2013 | 11:53 Uhr

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