Brauchtum und Aberglaube zu Weihnachten : Zwiebeln als Wettervorhersage

In Dithmarschen zeigten zwölf Zwiebeln an, welche Monate wenig Regen bringen.
Bleibt ein Stück Zwiebel übrig, kann die angeschnittene Fläche mit Öl eingepinselt und kurz aufgehoben werden. Jens Schierenbeck

Welche Brauchtümer gibt es in SH? shz.de stellt einige Bräuche rund um die Feiertage vor. Heute: die Zwölften.

Miriam Richter von
17. November 2018, 14:38 Uhr

Die Zwölften: So nennt man die zwölf Tage von Weihnachten bis zum 6. Januar. In diesem Zeitraum sollt laut Brauch nicht gearbeitet werden. Auch darf nichts aus dem Haus gefegt oder herausgebracht werden, denn sonst jagt man das Glück aus dem Heim.

Diese Zeit im Mittwinter gilt aber auch als dunkel, bedrohlich und gefährlich. Weibliche Schreckgestalten wie etwa Frau Holle gehen herum und bewirken Böses. Menschen und Tiere blieben deswegen in den vergangenen Jahrhunderten in Haus und Stall und ernährten sich von den oft knappen Vorräten. In dieser sorgenvollen Zeit machte man sich Gedanken über die Zukunft: In Schleswig-Holstein setze man das Wetter der zwölf Tage analog zu den Monaten des Jahres und folgerte daraus, wie das Wetter im nächsten Jahr werden würde. In Dithmarschen stellten die Menschen zwölf hohle, mit Salz bestreute Zwiebeln an einen trockenen Ort. Die Zwiebeln, in denen das Salz trocken blieb, zeigten die trockenen Monate an.

Doch das war nicht die einzige Wetterregel: Am Weihnachtsabend musste der Wind blasen, damit es eine gute Obsternte gab. Gab es keinen Wind, waren die Schleswig-Holsteiner um eine Lösung nicht verlegen. Sie schüttelten die Bäume einfach selber.

Für die Viehzucht war diese Zeit ebenfalls entscheidend. Deshalb feierte man Weihnachten mit den Tieren zusammen. Manchmal gab es eine Hafergarbe zum Fressen. Im Dänischen Wohld bei Eckernförde veranstalteten einige Bauern eine eigene Feier für ihre Tiere im Stall. 

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