zur Navigation springen

Feiern mit Kollegen : Zechen mit dem Chef? Was Sie über die Weihnachtsfeier im Betrieb wissen sollten

vom
Aus der Onlineredaktion

Sie gehört vielerorts zum Fest wie der Schnee zum Winter: die betriebliche Weihnachtsfeier. Doch auch beim geselligen Beisammensein sollten Arbeitnehmer einiges beachten. Was genau, das lesen Sie hier.

Kiel | In der Weihnachtszeit wollen viele Chefs die Chance nutzen, den betrieblichen Zusammenhalt zu stärken, das letzte Jahr Revue passieren zu lassen und zum Abschluss des Geschäftsjahres den Mitarbeitern „Dankeschön" zu sagen. Aber neben dem Spaß sollten auch einige Rechte und Pflichten beachtet werden, damit es nach der Feier kein böses Erwachen gibt. Eine Zusammenstellung:

Haben Arbeitnehmer ein grundsätzliches Recht auf eine Weihnachtsfeier?

Nein. Selbst der Betriebsrat, der im Rahmen der betrieblichen Mitbestimmung diverse Gestaltungsvorschläge machen darf, kann eine entsprechende Feier nicht einfordern.

Gibt es eine Teilnahmepflicht?

Nein, die gibt es nicht - vorausgesetzt, die Feier findet außerhalb der Arbeitszeit und außerhalb der Arbeitsstätte statt, besteht keine Teilnahmepflicht. Aber besser ist es, zumindest kurz vorbeizuschauen, damit kein schlechter Eindruck entsteht.

Wenn die Feier während der regulären Arbeitszeit durchgeführt wird, können Mitarbeiter entscheiden, ob sie mitfeiern oder arbeiten - die arbeitsvertragliche Verpflichtung besteht also für jeden, der nicht teilnehmen möchte, weiter, und damit die Notwendigkeit zur Erbringung der Arbeitsleistung. Gleiches gilt für das am letzten Nachmittag angesetzte gemeinsame Plätzchenessen in der Abteilung.

Ausnahme: Nehmen so viele Kollegen an der Feier teil, dass für die Zurückgebliebenen eine Weiterführung ihrer regulären Aufgaben nicht möglich ist und ihnen keine andere zumutbare Arbeit zugewiesen werden kann, dann dürfen sie nach ausdrücklicher Zustimmung durch den Vorgesetzten nach Hause gehen.

Besteht für die Weihnachtsfeier ein Versicherungsschutz?

Seitens der Unfallversicherung wird eine Feier wie eine normale, versicherte Tätigkeit im Betrieb behandelt. Daher besteht für die Teilnahme an der Weihnachtsfeier als betriebliche Veranstaltung - auch außerhalb des Betriebsgeländes - Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung. Dieser umfasst alle Tätigkeiten, die mit dem Gemeinschaftszweck der Veranstaltung vereinbar sind, etwa Essen, Sport, Spiele und Tanzen.

Auch die Vorbereitung des Festes ist versichert. Entscheidend ist nur, dass die Feier vom Unternehmen organisiert und durchgeführt oder gebilligt und gefördert wird, zum Beispiel durch die Übernahme der Getränke- und Verzehrkosten. Bei einer offiziellen Firmenweihnachtsfeier ist auch der direkte Heimweg versichert - es sei denn, der Arbeitnehmer verursacht einen Unfall unter starkem Alkoholeinfluss.

Schwierig kann es werden, wenn sich die Veranstaltung langsam auflöst und eine Gruppe entscheidet, „weiterzuziehen“. Denn der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung besteht nur solange, wie die offizielle Feier geht. Wann die Party zu Ende ist, bestimmt der Chef.

Bei privaten Feiern im Mit Arbeiterkreis ohne Unterstützung oder Förderung durch den Arbeitgeber tritt die Unfallversicherung im Falle des Falles dagegen nicht ein - selbst wenn diese im Betrieb stattfinden.

Dürfen alle Arbeitnehmer an der Weihnachtsfeier teilnehmen?

Ja, jeder Mitarbeiter hat das Recht, an der Weihnachtsfeier teilzunehmen: Der willkürliche Ausschluss einzelner Mitarbeiter oder Mitarbeitergruppen ist durch den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz verboten.

Wie sollte man sich gegenüber Kollegen und Vorgesetzten verhalten?

So wie im Arbeitsalltag auch. Trotz Weihnachtsstimmung und Feierfreude gelten weiterhin die arbeitsvertraglichen Nebenpflichten, d.h.: Wenn ein Mitarbeiter auf der Weihnachtsfeier Kollegen oder Vorgesetzte beleidigt oder belästigt, dann berechtigt dies den Arbeitgeber unter Umständen zu einer verhaltensbedingten, in schweren Fällen sogar zu einer fristlosen Kündigung. Die oft feucht-fröhliche Feier ist also keine gute Gelegenheit, dem Chef zu sagen, was man ihm immer schon mal sagen wollte.

 
zur Startseite

von
erstellt am 03.Dez.2015 | 18:18 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen